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<friekoop@bonn.comlink.org
Sent: Wednesday, February 15, 2006 6:00 PM
Subject: Drohender Krieg gegen Iran: Vorschläge der Kooperation für
den Frieden
Drohender Krieg gegen Iran:
Vorschläge der Kooperation für den Frieden
Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,
es kann keinen Zweifel
daran geben, dass eine weitere schwerwiegende Eskalation des
2001 begonnenen "Kriegs gegen den Terror" droht: ein Angriff
auf den Iran, voraussichtlich mit Luftbombardements, u.U.
sogar unter Einschluss von Nuklear-Waffen ("bunker buster").
Begründet wird dies mit dem iranischen Atomprogramm, welches
sich aber durchaus im Rahmen dessen bewegt, was nach dem
Atomwaffensperrvertrag zulässig ist. Der angedrohte Feldzug
des Westens wäre ohne Zweifel ein weiterer
völkerrechtswidriger Angriffskrieg und würde die desaströsen Folgen
des Irakkriegs noch unabsehbar ausweiten und vertiefen.
Anders als gegen den
Irak ist die deutsche Bundesregierung diesmal eindeutig auf
der Seite der Kriegstreiber, und gerade auch Frau Merkel hat
dabei die "rote Linie" der Vorbereitung und der vorbeugenden
Rechtfertigung eines Angriffskrieges schon überschritten.
Was tun? Wir haben
einige Aktivitäten gesammelt, die bereits angelaufen sind oder
rasch realisiert werden können und sollten.
1.) Appell an den
UN-Generalsekretär: (
www.koop-frieden.de)
Bereits
auf den Weg gebracht wurde auf Initiative von Mohssen Massarrat ein
Aufruf an Kofi Annan, der gefährlichen Eskalationsspirale durch die
Einrichtung einer Mediationsgruppe mit prominenten früheren
Staatschefs der verschiedenen Lager ein Moratorium entgegenzusetzen,
welches die nötige Zeit und Vernunft für eine für alle Seiten
akzeptable diplomatische Lösung bereitstellen könnte. Der Vorschlag
wurde bei unserer Strategiekonferenz diskutiert und fand die
Unterstützung der Kooperation sowie einer ganzen Reihe weiterer
Friedensorganisationen und Persönlichkeiten; international wird er
schon von respektablen Persönlichkeiten und wichtigen Organisationen
mitgetragen und wird voraussichtlich noch im Februar 2006 in New
York persönlich an Kofi Annan überreicht werden.
Umstritten auch in
unseren Reihen waren personelle Vorschläge in diesem Appell,
insbesondere Gerhard Schröder und Bill Clinton. Klar ist
natürlich allen UnterstützerInnen, dass diese beiden
Persönlichkeiten keineswegs als Vertreter der Friedensbewegung
gesehen werden können (im Gegenteil), wohl aber als
intelligente und angesehene Repräsentanten ihrer jeweiligen
Machteliten, und darauf kommt es bei dieser Initiative an, die
ja keineswegs eine originäre, inhaltliche Stellungnahme der
Friedensbewegung selber ersetzen kann und soll! Die
Beispielliste der Kommissionsbesetzung wird voraussichtlich
eher als Anhang zum Vorschlag selbst überreicht.
(Umgehende
Unterzeichnung per Mail an friekoop@bonn.comlink.org möglichst
nur noch durch Organisationen und Initiativen, die Liste wird
geschlossen)
2.) Appell von
ParlamentarierInnen und Zivilgesellschaftlichen
Organisationen an
involvierte Regierungen:
(http://www.ippnw.de/index.php?/s,1,52,62,248/o,article,1309/)
Auch dieser Appell, in
erster Linie an die US-, die iranische und die israelische
Regierung gerichtet und von Abolition 2000 (internationales
Netzwerk zur Abschaffung von Atomwaffen) initiiert, ist
bereits auf dem Weg und wurde am 7.2. veröffentlicht. Er enthält
substanzielle Forderungen der Friedensbewegung, insbesondere nach
globaler nuklearer Abrüstung und einer atomwaffenfreien Middle-East-
Zone, und wurde von einer Reihe internationaler
Friedensorganisationen unterstützt. Eine Kurzfassung kann
online unterzeichnet werden:
http://www.ippnw.de/index.php?/s,1/o,form,20/
3.) Information der
Öffentlichkeit und Anfragen an die Bundestagsabgeordneten
Dies ist in der jetzigen
Phase sicher entscheidend, um noch Einfluss auf die Haltung
der deutschen Bundesregierung zu gewinnen, deren Position pro
oder contra Krieg von hoher Bedeutung für den weiteren
Fortgang ist. Die IPPNW bereitet ein Info-Blatt zur Iran-Krise und
einen Musterbrief an die Bundestagsabgeordneten vor (ab Ende dieser
Woche unter
www.ippnw.de abzurufen), die Kooperation für den Frieden
(Andreas Buro) erarbeitet ein Dossier zu Kriegsprävention und
Ziviler Konfliktbearbeitung am Beispiel Iran. Eine allgemeine
BürgerInneninformation zur Zivilen Konfliktbearbeitung und den
Alternativen zu Militärinterventionen und Krieg erscheint in Kürze
und ist dann über
www.friedenskooperative.de bestellbar. Diese Publikationen können gut für die
Aktivitäten örtlicher Gruppen genutzt werden, für möglichst
flächendeckend organisierte Diskussionsveranstaltungen und
auch für die Ansprache der örtlichen Abgeordneten.
4.) Erarbeitung eines
breit unterstützten Aufrufs der Organisationen und Initiativen
der Friedensbewegung, der unsere verschiedenen Aktivitäten in
einem einfachen und klaren Forderungs- und Vorschlagskatalog
an die deutsche Regierung vereint. Veröffentlichung, z.B. per
Zeitungs-Annonce; Termin etwa 4.3., vor Ablauf des
IAEO-Ultimatums an Iran.
5.) Darin auch
Ankündigung von Straßen-Aktionen mit einer ersten Kulmination
am 18.3., dem internationalen Tag gegen den Irak-Krieg.
6.) Inhaltliche
Verknüpfung der Aktivitäten gegen Irak- und Iran- Krieg u.a.
über die Aktionen um den Besuch von Cindy Sheehan, ebenfalls
im März. ( u.a. 9.03.06 in Aachen, 11./12.3.06 Zeltlager vor
dem Stützpunkt in Ramstein, 14.3.06 Straßburg ...) und bei den
Ostermärschen.
7.) Eine breit angelegte
Unterschriftenaktion an Bundesregierung und Bundestag, die den
Aufruf von Friedensorganisationen (Punkt 4) nochmals
Infostand-tauglich verkürzt, die Forderungen des
internationalen ParlamentarierInnen-Appells (Punkt 2) aufgreift,
aber von Bürgerinnen und Bürgern in der Bundesrepublik an die
deutsche Politik gerichtet ist. Ein Text für diese
Unterschriftenaktion wird gerade innerhalb der Kooperation für
den Frieden und möglichst darüber hinaus abgestimmt. Er wird
der bald erscheinenden nächsten Ausgabe der Zeitschrift
FriedensForum beigelegt, als PDF-Datei zum Ausdrucken auf
unseren web-Seiten zur Verfügung stehen und auch online
unterschreibbar sein. Diese auch als Petition an den Bundestag
gerichtete Aktion, die etliche Tausende von Unterschriften sammeln
soll, ist für Veranstaltungen der nächsten Zeit, Infotische am
Aktionstag 18. März und auch noch während der Ostermärsche geeignet.
Gesammelte Listen sollen
schon im März dem Bundestag überreicht, aber später auch
nachgereicht werden, bis die Bundesregierung die Forderungen
akzeptiert und umgesetzt hat.
7.) Demonstrationen
dezentral und, falls möglich, mit einem Schwerpunkt in Berlin
(dort gibt es bereits Planungen für den 18.3. oder 20.3.06)
Die Vorschläge 3.) bis
6.) bzw. ähnliche Vorschläge wurden auch im Bundesausschuss
Friedensratschlag in Kassel am 5.2.06 besprochen.
Siehe auch
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/presse/2006-02-06.html
Soweit die erste Sichtung der
Vorschläge.
Bitte teilt uns Eure Ideen dazu und Eure
Planungen mit, damit sich ein vielfältiges und doch
untereinander abgestimmtes Vorgehen daraus ergeben kann..
Insbesondere eigene örtliche Veranstaltungen stellt bitte auch
per Mail oder durch online-Eintragung im bundesweiten
Terminkalender zur Verfügung. Übrigens nicht nur zum Thema drohender
Iran-Krieg, sondern auch zu den Ostermärschen oder den zahlreichen
Veranstaltungen zu 20 Jahre Tschernobyl u.v.m. werden dort zentral
die Veranstaltungstermine gesammelt. Mail: friekoop@bonn.comlink.org
Online-Kalender:
www.friedenskooperative.de/cgi-bin/termine.pl
Herzliche Grüße Matthias Jochheim,
Renate Wanie und Susanne Grabenhorst SprecherInnen der
Kooperation für den Frieden
Kooperation für den Frieden c/o Netzwerk
Friedenskooperative Römerstr. 88 - 53111 Bonn
Tel. 0228/692904, Fax: 0228/692906
Mail: friekoop@bonn.comlink.org
www.koop-frieden.de
www.friedenskooperative.de
Spendenkonto:
Förderverein Frieden e.V., Kto.-Nr. 33 0 35
bei Sparkasse Bonn (BLZ 380 500 00)
P.S.: Das Spendenkonto
ist nicht ohne Grund angefügt. Die zahlreichen Aktivitäten der
Kooperation für den Frieden und des Bonner Büros des Netzwerks
Friedenskooperative sind ohne die politische - aber eben auch
finanzielle - Unterstützung zahlreicher engagierter Menschen und
Initiativen nicht machbar.
Und noch ein Hinweis, da
wir schon bei Eigenwerbung sind: Das vom Netzwerk
Friedenskooperative herausgegebene Magazin "FriedensForum"
spiegelt wie kein anderes Medium die Aktivitäten,
Informationen und Diskussionen aus und innerhalb der
Friedensbewegung in 6 Ausgabe à ca. 44 Seiten pro Jahr zum
Abopreis von 18,- EUR pro Jahr. Die Texte der früheren
Ausgaben stehen im web unter
www.friedenskooperative.de zur Verfügung.