LVAL8.

Am schärfsten ist die Kritik im Blog "Brodaganda[11]", die Broder die Verbreitung von Lügen vorwirft, und auf der Website von Erhard Arendt, die Broders eigene Website in Design und Inhalt parodiert.

Gerichtsverfahren gegen Broder

Wegen persönlicher Angriffe und umstrittener Zitate stand Broder mehrfach vor Gericht.

1986 erwirkte der Intendant des Frankfurter Schauspiels, Günther Rühle, eine einstweilige Verfügung, durch die der Verkauf von Broders Buch „Der ewige Antisemit“ vorübergehend gestoppt wurde. Hintergrund war der Theaterskandal um das Fassbinder-Stück Der Müll, die Stadt und der Tod. Rühle hatte sich trotz öffentlichen Widerspruchs für die Aufführung entschieden und soll in diesem Zusammenhang von einem „Ende der Schonzeit für die Juden“ gesprochen haben. Das Gerichtsverfahren endete in der Hauptsache mit einem Vergleich.

1994 klagte Gert von Paczensky erfolgreich vor dem Oberlandesgericht Hamburg gegen die Bezeichnung "linker Antisemit", mit der Broder ihn und Alice Schwarzer belegt hatte.[12].

2004 veröffentlichte der Soziologe Y. Michal Bodemann einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung, in dem er plakativ Juden an die Stelle im Diskurs über sogenannte Parallelgesellschaften stellte, den üblicherweise Muslime oder Türken einnehmen.[13] Daraufhin bezeichnete Broder Bodemann auf seiner Website als einen „promovierten Schwachkopf“ und „selbstgerechten Trottel“, der so „dumm“ sei, „dass verglichen mit ihm ein Kuhfladen noch als Pizza Margarita durchgehen könnte“. Broder stellte ihn zudem in der Rangfolge seiner „Schmocks der Woche“ weit nach oben: „Der nächste Schmock der Woche wird es schwer haben, sich gegen ihn zu behaupten“; er sei „der Megaschmock des Jahres“. Bodemann klagte Broder auf Schadenersatz. Das Landgericht München I schlug in dieser Sache Anfang 2007 einen Vergleich vor, bei dem Broder 5000 Euro an Bodemann zahlen würde. [14]

2005 nannte Broder Abraham Melzer eine "Kapazität für angewandte Judäophobie".[15] Melzer – von Broder regelmäßig in Anspielung auf die Bezeichnung GröFaZ (für Adolf Hitler) als „GRÖVAZ“ (größter Verleger aller Zeiten) bezeichnet – klagte gegen LVAL9diese Aussage vor dem Landgericht Frankfurt auf Unterlassung und bekam überwiegend Recht. Vor der Entscheidung kommentierte Broder das Verfahren gegenüber der Süddeutschen Zeitung (in Anspielung auf den Volksgerichtshof) mit den Worten: „Es bleibt der Hautgout, dass die Erben der Firma Freisler entscheiden, was antisemitisch ist und was nicht.“[16] In dem Strafverfahren vor dem Amtsgericht Tiergarten wurde Broder vom Vorwurf der Beleidigung freigesprochen.

Werke

Aufsätze

Bücher

TV-Dokumentationen

Literatur

Weblinks

Quellen

  1. ↑ "Linke Antisemiten, die ihren Marx gelesen haben, könnenLVAL; Juden nicht leiden, weil sie Kapitalisten, Ausbeuter und Unternehmer sind. Rechte Antisemiten, die sich auf Dühring, Stoecker oder Marr berufen, hassen Juden, weil sie Revolutionäre, Sozialisten und Skeptiker sind, Träger des zersetzenden Geistes, eine Gefahr für das Abendland, die Moral und das freie Unternehmertum. Gläubige Menschen mögen Juden nicht, weil viele Juden Ketzer und überzeugte Atheisten sind. Freigeister nehmen es den Juden übel, dass sie immer noch an ihrem alten Glauben festhalten. Feministinnen, die keine Zeile von Thomas von Aquin oder Franz von Assisi gelesen haben, sind über die notorische Frauenfeindlichkeit des Judentums voll im Bilde. Tierschützer und Vegetarier regen sich über das koschere Schächten der Tiere auf. Internationalisten machen Juden den Vorwurf, dass sie einen eigenen Staat gegründet haben, und Nationalisten bemängeln, dass noch nicht alle Juden geschlossen hingezogen sind. So sucht sich ein jeder aus, was ihm gerade passt, um seine Leidenschaft zu befriedigen. Egal worum es geht: Der Jud’ ist schuld!Der ewige Antisemit, Neuauflage 2005, S. 60 f.
  2. ↑ Der ewige Antisemit, Neuauflage 2005, S. 90 ff.
  3. ↑ http://www.br-online.de/alpha/forum/vor9807/19980717_i.shtml
  4. ↑ wiedergegeben unter: http://www.hagalil.com/archiv/2006/07/selbsthass.htm
  5. ↑ http://www.sopos.org/aufsaetze/45639f3ef2eae/1.phtml
  6. ↑ taz:: Falsche Wahl: Henryk M. Broder hat den Börne-Preis nicht verdient, 3. Februar 2007
  7. ↑ http://www.taz.de/pt/2007/02/03/a0193.1/text
  8. ↑ http://www.vorwaerts.de/magazin/artikel.php?artikel=3836&type=&menuid=397&topmenu=355/
  9. ↑ http://www.freitag.de/2001/40/01400204.php
  10. ↑ http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/12/68943
  11. ↑ http://brodaganda.wordpress.com/
  12. ↑ Der Spiegel 43/1994
  13. ↑ Süddeutsche Zeitung: Unter Verdacht, 19. November 2004: Viele Juden meinen, sie kämen auch ohne Deutschkenntnisse aus. Schulische Aktivitäten, wenn sie denn einmal auf einen Samstag fallen, werden boykottiert. Frauen sind im Judentum auch heute noch Bürger zweiter Klasse. [...] Ein Artikel dieser Sorte, erschiene er denn in einer deutschen Zeitung, würde eine Welle der Entrüstung hervorrufen. [...] Wenn wir in diesem Bericht jedoch das Wort "Juden" durch die Wörter "Muslime" oder "Türken" ersetzen und den Inhalt etwas umschreiben, dann liegt die Sache ganz anders. Solche Berichte lesen wir fast täglich, sie sind, trotz ihrer Halbinformiertheit, das Selbstverständlichste der Welt. |Y. Michal Bodemann|„Unter Verdacht“, SZ vom 19. November 2004
  14. ↑ „Der Schmock schlägt zurück“, Süddeutsche Zeitung vom 6. Februar 2007, zitiert nach Michael Miersch auf Der Achse des Guten: Ihm schmockt's nicht, 12. Februar 2007
  15. ↑ Broder, Die Achse des Guten: [Holo mit Hajo - Wie zwei Juden für die Leipziger xxx xxxxx machen], 12. September 2005- Anm.: Die entscheidenden Passagen wurden unkenntlich gemacht, aber sind weiterhin unter http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/12/68943/ verfügbar.
  16. ↑ Süddeutsche Zeitung vom 26. Januar 2006, http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/12/68943/
Personendaten
Broder, Henryk M.
Deutschsprachiger Journalist und Schriftsteller
20. August 1946
Katowice, Polen
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Henryk_M._Broder“
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