oo

       
 
 

Das Palästina Portal

Nach oben
Texte 13
Texte 12
Texte 11
Texte 10
Texte 9
Texte 8
Texte 7
Texte 6
Texte 5
Texte 4
Texte 3
Texte 2
Texte 1
Anis Hamadeh - Kolumne

Free Gaza - Free Palestina

 

 

Eine Frau in Rafah, die in ihrem Zelt sitzt, nachdem ihr Haus in Block "O" demoliert worden war


Zuweilen gelingt es jemandem, „seine Welt in einem Augenblick zu gewinnen“, wie es in einer alten hebräischen Redensart heißt. Dies geschah dem Justizminister Josef („Tommy“) Lapid, als er folgende Worte äußerte: „Diese alte Frau erinnert mich an meine Großmutter!“
Diese alte Frau, eine Bewohnerin des Flüchtlingslagers Rafah, deren Haus von der israelischen Armee zerstört wurde, wurde durch ein Foto verewigt, als sie in verzweifelter Suche nach ihren Medikamenten die Ruinen ihres Hauses durchwühlte. Auch zwei Tage später noch fanden zwei Journalisten sie an derselben Stelle, um unter dem Schutt nach ihren Medikamenten zu suchen.
Tommys Großmutter kam im Holocaust um. Er selbst wurde in einem ungarischen Landstrich im Norden Jugoslawiens geboren und überlebte den Holocaust im Budapester Ghetto. Als er „meine Großmutter“ erwähnte, war es ganz klar, dass er ein Opfer des Holocaust meinte.
Dieser Satz verursachte einen Sturm. Es mag sehr wohl sein, dass es der Strohhalm war, der den Rücken des Kamels brach *) und die Regierung dahin führte, mit der andauernden Gräueltat in Rafah sofort aufzuhören.
Natürlich war die Lage dafür reif. Die Bilder des Tötens und der Zerstörung in der armen Stadt füllten die Fernsehberichte und Zeitungsseiten in aller Welt. Die Al-Jazeera-Fernsehstation zeigte sie stündlich mehrmals Zehnmillionen in der arabischen Welt. Auch in der westlichen Welt waren die Fernsehschirme voll davon. Die so konzentrierte Auswirkung war erschreckend – die israelische Armee wurde wie eine unmenschliche Maschine gezeigt, die das Leben von Hunderten Familien gedankenlos zerstört.
Das Bild eines kleinen Jungen, der einen großen Koffer schleppte, um ein wenig vom Hab und Gut seiner Familie zu retten, sagt mehr als tausend Worte eines offiziellen Armeelügners.
Der Panzer, der fotografierte wurde, als er auf unbewaffnete Demonstranten schoss, die marschierten und im Takt in die Hände klatschten, brachte das Fass zum Überlaufen. Die Vorwände und Erklärungen der offiziellen Propagandasöldner machten die Sache nur noch schlimmer. Man spürte direkt, wie die Welt erschauderte.
 
Aber die militärische und politische Führung war von ihren Taten wie berauscht. Sie verkündete, dass die Operation in noch größerem Ausmaße fortgeführt werde. Die Militärkräfte, die sich auf eine Armeedivision verstärkt hatten, wurden zusammengezogen, um Rafah den Gnadenstoß zu geben. Wie Lapid selbst bezeugt, war es die Absicht, 3000 Häuser zu zerstören.
Es scheint, als ob die Amerikaner hinter der Szene aktiv gewesen seien. George Bush hat genug Scherereien im Irak. Seine Politik ist im Begriff zusammenzubrechen. Die Bilder von Rafah schwärzten das Image der
mehr >>>

 

 

"Operation Regenbogen"

Aktuelle Karten, News + Berichte 

Bildersonderseiten

 


..... Dem Bulldozer nur einen Schritt voraus (Bericht vom 21. Mai 2004)

Rafah. Palästinensische Familien, die nahe der ägyptischen Grenze wohnen, haben ihre Lektion schon vor Jahren gelernt: Stets hat man mehrere kleine Taschen mit wichtigen Dokumenten, Bargeld und ein paar Sachen, an denen man hängt, parat und gepackt. Wenn sich das Baggern der Bulldozer nähert, in der Nähe Panzergranaten einschlagen oder Helikopter über einem kreisen - das letztemal am 12. Mai - schnappen sich die Menschen ihre Taschen und fliehen. Wa’il Mansurs Familie - inklusive seiner Eltern, Großeltern und Nachbarn - hingegen hatte sich sicher gefühlt. Sie wohnen in einem relativ ruhigen Teil des so oft geschundenen Rafah. Nie hatten sie es für nötig gehalten, ‘Taschen zu packen’. Das Viertel, in dem sie leben, heißt Brazil. Es liegt rund 700 Meter von der Grenze entfernt. Zwischen ihren Häusern und der Grenze liegen mehrere Häuserzeilen. Zwei der Häuserreihen waren aber schon niedergemacht. Dennoch hatte die Mansur-Familie geglaubt, ihr Haus liege weit genug von der Grenze, außerhalb der Gefahrenzone.

Gestern Morgen, 8.30 Uhr: Ein riesiger Bulldozer, so erzählen sie, habe begonnen, die Häuser der Nachbarschaft niederzuwalzen. Die Nachbarn flohen um ihr Leben, einige barfuß, andere ließen Ausweise, Führerscheine (Mansur ist Taxifahrer), Geld, Kleidung und Bücher zurück. Der Bulldozer zerquetschte Mansurs Taxi. Ebenso untergepflügt wurde ein kleiner “Zoo”, den ein Nachbar vor zwei Jahren angelegt hatte, um die örtlichen Kindern zu erfreuen. Zuvor - Mittwochabend, 22 Uhr - hatten gepanzerte IDF-Fahrzeuge mit Helikopter-Unterstützung in Brazil Stellung bezogen. Mansurs Eltern lebten zusammen mit 13 anderen Personen in einem Gebäude mit Asbest-Dach. Mansurs Haus, in dem 17 Menschen lebten, bestand aus Beton und Asbest. Mansur hatte Angst um das Leben seiner Lieben: Eine Kugel könnte durch die dünnen Hauswände dringen, jemanden töten. Aus Angst um ihr Leben drängten sich Mittwochnacht also “Frauen, Männer und Kinder” aus beiden Gebäuden in zwei Räumen von Wa’il Mansurs Haus - in der Hoffnung, die IDF ‘Operation Regenbogen’ ziehe bald vorüber. Mittwochnacht machte niemand in Rafah ein Auge zu. Dicht über den Dächern flogen Helikopter; Raketen zischten durch die Luft; überall war Gewehrfeuer zu hören. Wie alle Menschen Rafahs wartete die Mansur-Familie - mit ihren 31 Mitgliedern in zwei Räumen - auf eine morgentliche Beruhigung der Lage. Gegen 7.30 Uhr bereiteten die Frauen das Frühstück. Die Familienmitglieder hofften auf einen normalen Tag. Aber eine Stunde später brach die Hölle los. Mansur erinnert sich: In Panik und Angst schrien die Nachbarn. Er sei losgerannt, um ihnen zu helfen. Erstaunt habe er festgestellt, dass der Bulldozer im Begriff stand, auch sein Haus niederzureißen und das seiner Großeltern. Mansur: “Ich flehte ihn an (den Bulldozerfahrer), aufzuhören und uns aus dem Haus zu lassen. Er blockierte den Eingang. Der Fahrer saß hinter Glas und hat uns nie gehört... Nur noch eine Sekunde, und wir wären tot gewesen - 50 Personen, Kinder, Alte, Frauen, alle standen wir mit dem Rücken zur Wand, während der Bulldozer auf uns zubaggerte. Der Fahrer hat uns nie gehört. Die Zerstörung ging so schnell vor sich - bevor wir irgendetwas sagen konnten, um sie zu stoppen”. Was die Mansur-Familie rettete, war eine Eisenleiter, die in den Hof des Nachbarhauses führte. Mansur: “Zuerst ließen wir die Kinder auf die Leiter klettern, dann, unter großen Schwierigkeiten, die alten Leute. Sie fürchteten sich hochzuklettern, aber die Angst trieb uns an, sie zu drängen. Gerade, als wir alle im Nachbarhaus waren, begann der Bulldozer, auch dieses zu zerstören”. Mansur erzählt weiter. Als sie aus diesem zweiten demolierten Haus flohen, hätte ein Soldat in einem Panzer die verängstigte Familie aufgefordert, die Hände hochzuheben. “Wir sahen, alles in der Gegend lag in Ruinen. Die Geschäfte waren zerstört, der Asphalt aufgebrochen, die Strommasten umgestürzt. Wir hoben die Hände und gingen an den Panzern vorbei, während sie feuerten. Mein Großvater, 85, kann nicht gehen. Ich trug ihn auf meinem Rücken. Ich ging langsam. Der Soldat im Panzer brüllte mich an - “schneller, schneller””.
.... mehr >>>>

 

 

Brief aus Israel  26.05.04

....... Ghassan Andoni von der ISM, schreibt regelmäßige Berichte für die palästinensische Presseagentur IMEMC über die Lage. In seinem gestrigen Bericht drückt er vor allem seine Besorgnis aus, dass es den USA inzwischen gelungen ist, die arabischen Ländern so unter Druck zu setzen, bzw. gar zu kontrollieren, dass sie bei ihrem Treffen in Tunis nur eine ganz milde und allgemein gefasste Verurteilung von Gewalt gegen Zivilisten auf beiden Seiten ausgesprochen haben. Bisher hätten die arabischen Ländern den Palästinakonflikt als Vorteil gesehen, der ihnen gemeinsam internationales Ansehen verlieh, inzwischen sei er zu einer Bürde geworden. Durch ihre Bereitschaft, von einer deutlichen Verurteilung Israels abzusehen, hätten sich die arabischen Länder etwas wehren können gegen den amerikanischen Druck für interne Reformen. Der Bericht schließt mit den Worten: "Die Illusion, dass die Palästinenser allgemeine arabische Unterstützung genießen, ist vorbei, wie auch jegliche Begründung für die Behauptung, Palästinenser hätten 23 Ländern, in denen sie wohnen könnten, wogegen die Juden nur ein winziges Land haben. In Wirklichkeit haben Palästinenser nur kleine, winzige, mini, isolierte Kantone, die sie nur durch ein Wunder werden erhalten können." ...

http://de.groups.yahoo.com/group/Brief-aus-Israel/

 

 

Zwölf erschöpfte Frauen und Männer schleppen sich die Stufen des kleinen Hauses hinauf, lassen Rucksäcke und Regenkleidung fallen und sinken auf die für sie bereitgelegten Matratzen. Etwas misstrauisch beäugen sie die an losen Drähten hängenden die Glühbirnen und die halbfertigen Steckdosen. Immerhin funktioniert der Heizstrahler zum Wärmen der Hände. Dieses Haus ist ganz anders als die vertraute Umgebung in Jerusalem oder Tel Aviv. Aber hier werden sie in den nächsten paar Tagen zuhause sein: Mitten in der Westbank. Obwohl die Anreise nur gut eine Stunde gedauert hat,. haben sie einen langen Weg hinter sich: Sie sind jetzt in einem anderen, in einem besetzten Land.

Der erste Tag im „Mikarov“-Projekt ist für die Gruppe besonders anstrengend, „Mikarov“ ist Hebräisch und bedeutet „aus der Nähe“ oder „verwandt“ – das Projekt zeigt Israelis das Leben von Palästinensern in der nördlichen Westbank. Zwei Teilnehmerinnen, Rachel und Claire, haben Söhne, die als Soldaten in de Westbank stationiert sind. „Mikarov“ ist eine Gemeinschaftsprojekt vom Internationalen Frauen- Friedensdienst (IWPS), dem Israeli Committee Against House Demolitions (ICAHD), Checkpoint Watch und dem Alternative Information Center. Das Projekt wurde federführend von IWPS mit dem ehrgeizigen Ziel entworfen, die gängige Form der Solidaritätsarbeit von Israelis in der Westbank zu verbessern.

Die teilnehmenden Israelis kommen aus nächster Umgebung in die besetzten palästinensischen Gebiete. Trotzdem unterscheidet sich die Lebenswirklichkeit der Menschen hier vollkommen von ihrer eigenen. Üblicherweise kennen die Israelis das Leben aus der Westbank höchstens aus den Kommentaren des israelischen Kolumnisten Gideon Levy. Levy schreibt für die liberale israelische Tageszeitung Haaretz
...
mehr >>>>.

 

 

..... Das offizielle Ziel ist, „die Tunnel unter der „Philadelphi-Achse“ zu zerstören“. Aber Tunnel hat es dort seit Jahren gegeben. Die Armee rühmt sich, 98 solcher Tunnel in der Vergangenheit zerstört zu haben, aber nur zwei Tunnel seien bei dieser Operation gefunden worden. Es ist klar, dass keine militärische Operation diesem ein Ende setzen wird. Selbst wenn die Armee noch mehr palästinensische Häuser zerstört, um die Achse zu verbreitern – dann werden die Tunnel eben länger werden.
Die Tunnel sind ein Vorwand. Welches waren dann die wirklichen Gründe dieser brutalen Invasion in einer erbärmlichen kleinen Stadt?

Der erste Grund ist der einfachste: die Rachgier. Die Armee hatte zwei schmerzliche Schläge erlitten; nun wollten die Kommandeure die Rechnung begleichen. Dutzende von Palästinensern werden für 13 unserer Soldaten getötet, Hunderte von Häusern werden für zwei zerstörte militärische Mannschaftswagen in die Luft gesprengt.

Hinzu kommt das Argument der Moral. Einige ranghohe Offiziere gaben offen zu: eine eindrucksvolle Operation, die die Überlegenheit der israelischen Armee unterstreicht, richtet die Moral der Soldaten, die nach den Fehlschlägen noch immer niedergeschlagen sind, wieder auf.

Dazu kommt auch das schlechte Gewissen der Kommandeure, die ihre Soldaten mit einer großen Menge Sprengstoff in nicht genügend gepanzerten Fahrzeugen in ein Kampfgebiet fahren lassen. In einer ordentlichen Armee hätten die verantwortlichen Offiziere – an der Spitze der unfähige Generalstabschef – innerhalb von Stunden ihren Posten aufgegeben. In der israelischen Armee laufen die Dinge aber anders. Im Gegenteil, wenn man versagt, kann man Beförderung erwarten.
Vom rein militärischen Standpunkt aus gesehen, ist die „Philadelphi-Achse“ (der Name wurde zufällig durch einen Computer gewählt) purer Wahnsinn. Sie kann nicht verteidigt werden, ohne dass Gräueltaten begangen werden, die Kriegsverbrechen darstellen oder nahe an diese herankommen. Sie zieht die Guerillakämpfer an, so wie Licht die Motten anzieht.

Aber die Armeechefs, die sich dies erdacht haben, werden diese Torheit nie zugeben.
Es gibt noch einen Grund für die Operation. Die Generäle wollen Gaza verlassen, aber „erhobenen Hauptes“. Sie können es nicht dulden, dass palästinensische Guerillas später behaupten, sie hätten sie mit Gewalt vertrieben, wie es die Hisbolla im Libanon tat.
Es ist ein kindisches Argument, das eine besondere militärische Mentalität reflektiert. Nach Rafah wird das Gegenteil eintreten: die Aktion wird den Palästinensern bestätigen, dass ihr heldenhafter Widerstand die Armee gezwungen hat zu gehen. Wer wird das leugnen können?
Aber die Direktive für den Angriff auf Rafah kam von der politischen Führung, die eine laute Militärshow mit viel Töten und Zerstören benötigte, um die primitiven Emotionen eines Teils der Bevölkerung zu befriedigen. Einfach gesagt: sie verletzten uns – also werden wir sie verletzen. Zehn Augen für ein Auge – zehn Zähne für einen Zahn.
So werden Wahlstimmen gewonnen. ......
Ein paar Tage nach der Likudabstimmung veröffentlichte Gush Shalom eine politische Anzeige unter der Schlagzeile: „Warnung!“

„Sharon gleicht einem verwundeten Stier.
„Ein verwundeter Stier ist ein gefährliches Tier
„ Sein Plan ist tot. Er ist nicht in der Lage, eine einzige Siedlung aufzulösen.
„ Er ist nicht in der Lage, einen anderen Plan akzeptiert zu bekommen.
„Sein einziger Ausweg ist, ein spektakuläres militärisches Abenteuer zu befehlen..
„Es wird keine Grenzen für blutige Taten geben,
derer er jetzt – nur um zu überleben – fähig sein wird.“ 
mehr >>>>>

 

irgendwann irgendwo auf der welt
hunderte zerstörter häuser
tausende obdachlose
verletzte  -  tote
die welt schaut hin
die welt hilft
 
heute
 
 
 
erdbeben
 
in rafah/gaza
hunderte zerstörter häuser
tausende obdachlose
verletzte  -  tote
Sharon spielt Gott
bulldozert rafah ein
die welt schaut hin
die welt schaut  z u
 
P. Rainer Fielenbach
18.05.2004

 

 

.. Sharif Omar zeigte mir sein Land. Es ist jetzt vollständig von seinem Haus und dem Dorf abgeschnitten. Um es zu besuchen musste ich durch das Jayous Tor in der Mauer in der Nähe des Flaschenhals-Checkpoints nach Qalqilia [ein Städtchen, dass von der Mauer umringt und nur durch einen schmalen Streifen mit der Westbank verbunden ist]. Er hatte sein Passierschein benutzt um sein Land zu erreichen aber mich, als Internationale, ließen sie ohne Kontrolle durch. Es gibt jetzt einen ähnlichen Checkpoint in das Dorf Jayous von der Westbank, der auch von der Armee kontrolliert wird und an dem sich ein riesen Stau gebildet hatte von Verkehr, der nach Jayous wollte, als ich das Dorf verließ. Jayous, ein kleines palästinensischen Dorfes innerhalb einer ummauerten Enklave, kann so leicht vollständig abgeschnitten werden, auch von den anderen Dörfern in der Enklave, und kann völlig vom israelischen Militär kontrolliert werden.

Das Land von Sharifs Familie ist sehr nahe an der 1948iger Grenze, der "Grünen Linie", und sein Vater hat schon Land an die Siedlung Tsurgal, die direkt auf der anderen Seite der Grenze gebaut wurde, im Jahr 1948 verloren. Seine Familie hat aber weiterhin das Land bearbeitet. Dann, am 30. Okt. 1988 haben die Israelis mehr Land enteignet um einen Steinbruch anzulegen und er musste zuschauen, als sie die Bäume und die Erde entfernten und den Stein ausgruben. Nach einigen Jahren fingen sie an, Sprengstoff im Boden zu vergraben, um den Steinbruch zu vergrößern und es gab viele Sprengungen. So ging er zum Gericht, um für sein Land zu kämpfen......
Die Mauer läuft nun 6 km von der Grünen Linie entfernt, und trennt das ganze Grundwasser der Gegend vom Dorf ab. fünf palästinensische Gemeinden sind von der Westbank, ihren Nachbarn und Familien abgeschnitten und....
mehr >>>

 

 

...... Die Kishta-Familie hat es aufgegeben zu zählen, wie oft IDF-Bulldozer – unterstützt durch Panzer, APCs und Helikopter – in ihrer Gegend Häuser zerstörten; vielleicht fünf-, vielleicht sechsmal. Einmal zerstörte ein Bulldozer sogar ihr Schlafzimmer. Von dort haben sie jetzt einen Blick auf die Mauer aus Stahl, die die Armee entlang der Grenze errichtet, Termiten-Außenposten genannt, nackte Häuser aus Beton und zwischen den Sanddünen Trümmerhaufen. Letzten Donnerstag waren Kugeln und Granaten in die Mauern des Hauses ihres Sohns Abed eingeschlagen und hinterließen Löcher.

Donnerstag und Freitag wurden weitere Häuser der Kishta-Sippe demoliert - als APCs, Panzer und Helikopter die Gegend überfielen. Eine Rakete wurde auf eine Gruppe Frauen abgefeuert; 7 Tote. Die Bewohner Rafahs wehren sich vehement gegen die IDF-Behauptung, die Armee habe es auf bewaffnete Palästinenser abgesehen. Menschenrechtsorganisationen in der Stadt sagen, bei den Getöteten handle es sich um Zivilisten. „Vor zwei Jahren haben sie mir mein erstes Haus überm Kopf abgerissen“, sagt eine der Töchter der a-Sha’ar-Familie. „Diesmal bin ich, kaum dass ich sie kommen hörte, geflohen“. Und ein weiteres Familienmitglied: „Die IDF sagt, sie würde nur leere Häuser zerstören. Zuerst jagen sie uns mit schwerem Feuer aus dem Haus. Dann können sie es zerstören, es ist ja leer. Oder sollen wir etwa im Haus bleiben - während sie es mit Granaten beschießen -, damit sie es nicht zerstören?“ Ein Gerücht, das letzte Nacht verbreitet wurden: Die IDF plant, die Straße zwischen Gaza-Stadt und Rafah für die kommenden 3 Tage abzuriegeln. Von einigen Leuten wird das als Zeichen gewertet, dass das Zerstörungswerk weitergeht – im Schutze des Blackouts der gesamten Welt....
mehr >>>

 

 


Bahour schließt mit der Überlegung, "wie viele andere unter unseren israelischen Nachbarn seine Menschlichkeit teilen".....

Leider merkt man davon allzu wenig in vielen anderen Berichten, die mich erreicht haben - außer der Tatsache, dass sie ja überhaupt von Israelis zusammengestellt und verteilt werden. Eine undankbare und oft schwierige Arbeit in einem Land, dessen Bevölkerung immer mehr der Paranoia verfällt und in jeder kritischen Äußerung eine Kriegserklärung sieht. Ich kann leider längst nicht alles übersetzen und weitergeben, so gern ich es täte - z.B. die Berichte vom Christian Peacemakers Team und dem Womens International Peace Service aus Hebron, von Soldaten, die in einen Schulhof hineinschießen und Kinder töten, von einer Hausdemolierung, bei der es dem Eigentümer ausdrücklich verboten wird, vorher irgendetwas herauszuholen, von weiterer Zerstörung palästinensischer Behausungen in den Hebronbergen, von einer Massenprügelei bei einem Gerichtsprozess, wo palästinensische Gefangene von eine ...... Polizeitruppe zusammengeschlagen wurden, weil einzelne es gewagt hatten, ihre zum Prozess erschienenen Familienmitglieder anzusprechen. Der Richter war noch nicht gekommen, so bliebe den Anwälten nur die Möglichkeit einer völlig wirkungslosen Beschwerde bei der Polizeiverwaltung. Und dann ein Bericht von einem Besuch im Krankenhaus in Nablus - Schwerverletzte aus Tul Karm und Dörfern, wo gegen die Mauer protestiert wird. Ein 10-jähriger, dessen Familie strahlt, weil er überlebt hat, obwohl er nach einem Kopfschuss halbseitig gelähmt ist. Und so geht es weiter. Von Jayyous kommt ein verzweifelter Aufruf an die ganze internationale Gemeinschaft, die Menschen, die 90% ihres Landes durch die Mauer verloren haben, vor dem Untergang zu Retten.

Die Reaktionen auf einen anderen Appell an die internationale Gemeinschaft werden von der folgende Aussage aus einem Aufsatz von Ilan Pappe, Politikdozent [-in?] an der Universität Haifa verdeutlicht: "Meinungen, die früher bestenfalls als Randerscheinungen, ....
mehr >>>

 

 

 

...  die Opferrhetorik steht noch etwas stärker im Vordergrund als ohnehin schon. "Wir spüren keine Unterstützung für unser Leid". So der Titel des Interviews mit dem Konferenzteilnehmer und israelischen Staatspräsidenten Mosche Katsav in der FAZ am 30.04. Man beachte das Detail: Er möchte keine Unterstützung für den Frieden, sondern für sein Leid. Ebenfalls neu ist der Topos "Antisemitismus soll man nicht zu sehr auf Araber und Muslime abschieben" und vielleicht das Modewort der "Dämonisierung". Der Topos "Auch im Bereich der Globalisierungskritiker gibt es antisemitische Tendenzen" scheint inzwischen zum etablierten Repertoire von Antisemitismusartikeln zu gehören.

Insgesamt gesehen stellte diese Konferenz mit hochkarätigen Teilnehmern wie den Regierungsvertretern Colin Powell (USA) und Mosche Katzav (Israel) für viele Beobachter eine Provokation dar, weil eine schwer zu bestimmende Gruppe aus der Gesellschaft herausgenommen und mit Sonderrechten versehen wird, die in unmittelbarem Zusammenhang stehen mit den Menschenrechtsverletzungen Israels, die sich in den Wochen und Monaten vor der Konferenz zugespitzt haben. So nutzte der israelische Staatspräsident das Forum, um für Solidarität mit (dem derzeitigen, offiziellen) Israel zu werben. Herr Katsav provoziert den Westen (den noch eher als den Osten, der solche Sprüche gewohnt ist) mit den Worten: "Unsere Hände sind sauber. Unsere Moral ist sehr hoch. (...) Und wirklich, wir versuchen alles mögliche, um eine Entspannung und den Frieden mit den Palästinensern herbeizuführen."...
mehr >>>

 

 

Das Dorf Jayyous appelliert an die Welt

 Die Familien von Jayyous, einem Dorf nordöstlich von Kalkilia, haben an die internationale Gemeinschaft einen Appell erlassen, man möge ihnen in der besonderen Not, in der sie sich befinden, beistehen.

 Der Appell ist überschrieben: „Jayyous erstickt“ :

„Die Bewohner von Jayyous appellieren hiermit an die Welt und bitten dringend alle freien und aufrichtigen Menschen, einzuschreiten und zu vermitteln, dass Israel die gewalttätigen und üblen Praktika gegen unsere Bürger aufgibt. Wir leiden Tag und Nacht. Sie fallen jeden Tag ins Dorf ein und lassen giftige Gasbomben explodieren. Nicht einmal unsere Tiere sind vor diesem tödlichen Gas sicher. Nur zur Erinnerung: Jayyous hat 90% seines Landes als Folge des Apartheidmauerbaus verloren. Bitte, tun Sie etwas, um diese Tragödie aufzuhalten.“

 Die israelischen Behörden haben den Bau der Trennungsmauer in diesem Gebiet beendet und einen großen Teil von Jayyous’ Land enteignet, besonders das landwirtschaftlich genützte und die Wasserreserven. Die Bewohner dieses Dorfes und der umliegenden Dörfer haben zusammen mit Internationalen Kräften, die extra kamen, um das Dorf zu unterstützen, gegen den Bau der Mauer Widerstand geleistet. Trotzdem hörte die Baufirma nicht auf, die Olivenbäume abzusägen und die Felder mit Bulldozern zu zerstören. Die Dörfer im Nordwesten der Westbank stehen wegen der Mauer vor großen Problemen. Die Mauer trennt die Dörfer von den größeren Orten und so auch von der Haupteinnahmequelle der Leute.

Außerdem beklagen sich die Familien über die Demütigung, der sie durch israelische Soldaten an den Toren ausgesetzt sind. Ein Bewohner von Jayyous sagte zu IMEMC, dass die Armee drei Öffnungszeiten am Tag für je 15 Minuten festgesetzt hat. Die Familien stehen am Tor, doch die Armee lässt sie länger als eine Stunde warten, bis sie schließlich öffnen. Das selbe geschieht auf dem Rückweg vom Feld ins Dorf.

Die Bewohner beklagen sich auch über ein Gas, das die Armee ständig gegen die Bewohner benützt. Sie behaupten, dass zwei schwangere Frauen Fehlgeburten und eine dritte nun an Asthma leidet, weil sie es eingeatmet hat.

Aber nicht nur die Menschen sind vom Gas betroffen, sondern auch die Tiere. Von Mohammad Al-Beiks Tieren hatten 30 eine Fehlgeburt, weil in den Stall eine Gasgranate geworfen wurde. Das Internationale Rote Kreuz ist dabei, dem Problem in Jayyous nachzugehen und das Gas zu untersuchen, ob es Tränengas ist oder etwas anderes. Die Bewohner von Jayyous behaupten, dass es nicht das normale Tränengas ist, das während der 1. Intifada 1987 benützt wurde. Sie können einen Unterschied feststellen.

Es scheint, als hätten die Tore noch einen anderen Sinn. Es ist für die Armee so einfacher, die Leute im Dorf festzuhalten, um dieses möglichst bequem überfallen zu können.

dt. Ellen Rohlfs

 

Sharons willige Komplizen

.....In Sharons Liste ist Bush nur eine weitere Schachfigur. So wichtig er im Augenblick ist, hilft er, den Strategieplan Sharons, Palästina von seinem Volk „frei“ zu machen, zu erfüllen. Es ist das, worauf Sharon sein Leben lang hinarbeitete. Amerikanische Präsidenten kommen und gehen, Sharon steht seit Jahrzehnten fest, und beseitigt  bei seiner unermüdlichen, barbarischen Mission alle Hindernisse. Mit der Hilfe, die er jetzt von Bush und Blair erhält, kann er seine Mission zu Ende bringen.

Sharon war derjenige, der die Kollektivstrafe und den Massenmord in den frühen 50er Jahren als  Schöpfer und Kommandeur von Israels erster berüchtigter Todesschwadron, der Einheit 101, einführte. Seine frühe militärische Karriere verbrachte er mit Töten: nicht feindliche Soldaten, sondern Zivilisten in den Dörfern wie Kibya. In Gaza übte er während der frühen 70er Jahre eine Schreckensherrschaft aus, um den palästinensischen Widerstand  gegen die Besatzung zu brechen. In seinem lebenslangen Kampf war es wirklich eine andere Phase, möglichst viele Palästinenser zur Flucht aus ihrer Heimat zu veranlassen. Er zerstörte große Teile von Beirut, mehr >>>

 

 

.... 1969 hat der israelische Philosoph Yesayahu Leibovitz vorhergesagt, in den okkupierten Gebieten würden einst „Konzentrationslager errichtet werden von den israelischen Herrschern... Israel würde dann ein Staat sein, der es nicht verdient hat zu existieren, und es wird sich nicht lohnen, ihn zu erhalten“. In Bezug auf den eingezäunten Gazastreifen – wie weit sind wir da von Leibovitz Prophezeiung entfernt? In der Westbank ist die Situation noch etwas anders. Hier findet entlang der Mauer-Route momentan ein innergesellschaftlicher Kampf der Israelis statt – ein Kampf zwischen selbstproklamierten „Landbefreiern“, die, ganz gleich, wieviel Land sie schon haben, immer noch mehr wollen und jenen, die in einem Staat leben wollen, der es verdient hat zu existieren. Entlang dieser Route sieht man Israelis, die, Seite an Seite mit Palästinensern, ihre Körper den Bulldozern und der israelischen Armee entgegenstellen. mehr >>>

 

 

..Ariel Sharon ist kein Rabbiner, und die Kabbalah ist für ihn ein Buch mit sieben Siegeln. Aber er schuf einen Golem: die Siedlerbewegung in den besetzten Gebieten.

Er war sicher, dass der Golem ihm dienen würde. Schließlich haben die Siedler ihm alles zu verdanken. Er war es,  der sie seit Jahrzehnten  nährte,  sie mit großen Budgets ausstattete,  für sie alle seine politischen Positionen, die er hinter einander inne hatte, ausbeutete: das Ministerium für Landwirtschaft, der Verteidigung, das Außenministerium, das Ministerium für Wohnungsbau, Industrie und Handel, für Infrastruktur und  am Ende  das Amt des Ministerpräsidenten.

(Ich erinnere mich, dass ich Sharon  vor etwa 25 Jahren  in seinem Haus besuchte. Es war im Rahmen einer Recherche für einen biographischen Essay, den ich über ihn schrieb. Meine Frau und ich saßen mit Lilly Sharon in der Küche, die uns ihre Köstlichkeiten servierte. Da bemerkte ich, wie im anschließenden Raum  die Führer der Siedler saßen. Sharon ging hin und her und teilte seine Zeit gleichmäßig zwischen uns. Schon damals beobachtete ich , wie die Siedler ihn wie ihren  Schutzherrn behandelten.)

Während all dieser Jahre, von der Zeit an,  als er in den 70er Jahren kommandierender  General des südlichen Sektors war, versuchte er jeden, den er traf – Israelis und Ausländer  gleichermaßen – mit Tiraden  zugunsten der Siedlungen zu überzeugen; er breitete Karten vor ihnen aus ( er hat immer Landkarten bei sich) und forderte sie auf zu handeln. Nach ihm war es lebensnotwendig, Siedlungen aufzubauen, um das ganze Eretz Israel - vom Mittelmeer zum Jordanfluss ( mindestens) - in einen jüdischen Staat zu verwandeln, um die palästinensischen Gebiete in Streifen  zu teilen und die Schaffung eines palästinensischen Staates zu  verhindern, der ein Hindernis für die Ausführung aller Ziele des Zionismus sein würde.

Wie ein Bulldozer ohne Bremsen ebnete er jede Opposition ein. Er sorgte dafür, dass viele 10 Milliarden Dollar den Siedlungen zu gute kamen ( die genaue Summe kann nicht ermittelt werden, da sie in verschiedenen Ecken des Budgets versteckt sind), dass zu ihren Gunsten die Gesetze verbogen wurden und dass die Armeeoffiziere dafür gewonnen wurden, ihnen zu dienen. Auf diese Weise ist ein enges Netzwerk von Siedlungen und speziellen Straßen entstanden mit  vielleicht  250 000 Siedlern – wer zählt sie schon?...  mehr >>>
 

 

... Die ersten Opfer der feindlichen Denkstrukturen und des Krieges sind die Wahrheit und die Vernunft. Über die Lügen von Sharon - und nicht nur von Sharon - kann man ganze Bücher schreiben. Ein Buch über die Opfer dieser Lügen kann nicht nur das Herz brechend sein, sondern auch die hochgepriesene westliche Ziwilisation in Frage stellen. Ein bekannter Spruch heisst: "Wenn die Kanonen toben, schweigen die Musen". Im Gazastreifen toben nicht mehr die Kanonen, sondern die Raketen. Warum schweigen die Musen in Deutschland?   ,,,, mehr >>>

 


 Mordechai Vanunu ist frei

Bilder seiner Freilassung

 Sonderseite
Alles über
Mordechai Vanunu

 

Gewaltfreier Marsch der Frauen in Bidu wird mit Gewalt begegnet

Anarchie in unseren Seelen
Die Besatzung hat die Seele Israels korrumpiert .

Gila Svirsky, 25. April 2004

Liebe Freunde, ich sprach gerade mit Molly Malekar, als sie auf ihrem Weg ins Sha’arei Tzdek Krankenhaus in Jerusalem war. Hier ihr Bericht:

„Wir waren etwa 60 Frauen, nur Frauen: etwa 1/3 israelische, 1/3 palästinensische, 1/3 internationale Frauen.

Wir trafen uns in Bidu, um gegen den Mauerbau in diesem Dorf zu protestieren. Es war ein ruhiger Marsch. Die Frauen trugen Poster/ Transparente und gingen in die Richtung des Areals, wo Soldaten den Mauerbau bewachen. In einer Entfernung von 10 Metern vor ihnen hielten wir an, weil die Soldaten ihre Waffen direkt auf uns richteten. Ich rief auf hebräisch zu ihnen : „Nicht schießen, wir sind nicht bewaffnet. Dies ist eine gewaltfreie Demonstration.“

Plötzlich kam ein Angriff mit Tränengas und Stun-Granaten , die rund um uns fielen und in keinerlei Verhältnis zu der ruhigen, nicht provozierenden Art unserer Aktion war. Die Granaten fielen direkt vor unsere Füße. Wir waren geschockt und konnten nicht atmen. Die meisten rannten auseinander und zurück. Die Soldaten griffen uns an und fielen über die Frauen her, griffen einige und nahmen sie fest..

Danach gab es keine Demo mehr, es gab nichts mehr zum Auseinanderjagen. Die meisten Frauen waren zurück gerannt und versuchten, sich vom Tränengas zu erholen. Ich blieb, weil ich mit den Soldaten reden wollte, um die Verhaftung der vier Frauen zu verhindern. Plötzlich tauchten aus dem Nichts vier Pferde mit Grenzpolizisten auf und griffen an. Ich begann wegzulaufen. Aber eines mit einer Polizistin fing mich ab. Sie schlug mit ihrem Stock auf meinen Kopf. Ich fiel zu Boden. Da griff mich ein 2. Pferd an. Ich erhielt noch mehr Schläge auf meinen Kopf und Rücken. Zu diesem Zeitpunkt gab es keinerlei Provokation.“

Molly ist die Leiterin von Bat Shalom, der Frauenfriedensorganisation auf israelischer Seite des Jerusalem Link: ein gemeinsames Unternehmen für Frieden. (Die palästinensische Seite nennt sich Jerusalemzentrum für Frauen) Molly ist eine sehr ernsthafte und rücksichtsvolle Frau. Eine bessere könnten wir uns nicht als Leiterin unserer Organisation vorstellen. Jeder, der Molly einmal begegnet ist, weiß, dass sie sich niemals mit Provokationen einlassen würde. Sie war immer vorsichtig und höflich. Ich fragte sie noch über ihr Handy , als sie auf dem Weg zum Krankenhaus war, wie sie sich fühlt: „Schreckliche Kopfschmerzen, meine Ohren sind verletzt und schmerzen von den Schlägen. Aber lasst uns überlegen, wie wir die Leute aufwecken können, nachdem was hier passieret ist. Wir müssen die Leute wachrütteln.“

Wach auf, Welt! Höre Israel, wach auf! Israelische Soldaten machten Brutalität zur Lebensweise der Palästinenser. Dann richteten sie ihre tödlichen Waffen gegen internationale Friedensaktivisten und nun brutalisieren sie Israelis, die ihre Art und Weise missbilligen. Wer wird die erste sein, die getötet wird?

Starhawk, eine amerikanische Aktivistin, die an einer dieser Aktionen teilnahm, schreibt: „die Israelis, die mit dem täglichen Widerstandkampf zu tun haben ... sagten zu mir, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis es einen israelischen Märtyrer gibt.“

Was ist so schlimm: Gewaltlosigkeit ist kein Schutz mehr gegen die Brutalität des Militärs , egal ob es Israelis, Palästinenser oder Internationale sind. Keiner sollte wegen friedlicher Demonstration angegriffen werden – doch genau das ist zur Norm geworden.

Jede einzelne Demonstration, die heute in den besetzten Gebieten stattfindet, von Palästinensern, oder Israelis, Frauen oder Männern, gewaltfrei oder gewalttätig --- wird in derselben brutalen Weise mit Gewehren, Stun-Granaten und Stöcken begegnet. Und keiner untersucht in ernsthafter , vorurteilsfreier Weise die Unfälle. Die Soldaten merken, dass sie immer brutaler vorgehen können; denn keiner schert sich drum.

Was ist geschehen? Die Besatzung ist geschehen. Die Besatzung hat die Seele Israels korrumpiert .

Eine Situation wie es in der Bibel steht: „es herrscht weder Gesetz noch Urteil.“

In der Seele Israels herrscht heute Anarchie – und sie wird nicht verschwinden, solange wir die Besatzung von unserem Land und aus unseren Herzen nicht ausrotten.

Gila Svirsky, Jerusalem, Koalition der Frauen für den Frieden.

www.coalitionofwomen4peace.

 


Wer gewann den 2. Weltkrieg ?
Ran Ha Cohen

.......... Wenn man die Artikel 47-78  der Genfer Konvention durchgeht, ist es schwierig, einen einzigen Artikel zu finden, den Israel als Besatzungsmacht nicht gebrochen hat. Artikel 49 z.B. : „Die Besatzungsmacht soll Teile seiner eigenen zivilen Bevölkerung nicht in das Gebiet, das sie besetzt, umsiedeln“ – dies bedeutet die Illegalität von Israels Siedlungen. Der Mord an Scheich Yassin jedoch reflektiert eine neue Ebene von Barbarei auf Israels Seite.....

Attentate sind nach dem Artikel 23b der Haager Verordnungen von 1907 klar verboten. Sogar die amerikanische Politik verurteilt Attentate. Ein politischer oder religiöser Führer (wenigstens ein Führer einer freiwilligen Bewegung wie es Yassin tatsächlich war)  steht für seine direkten Anhänger und für die ganze politische und religiöse Entität, von der er ein Teil ist. Er wird nicht als Individuum ausgewählt, sondern als Symbol und Vertreter seiner Massen, seien es nun politische Anhänger oder religiöse Gläubige oder wie in Yassins Fall beides. Yassin wurde als  Symbol der Religion, Kultur, Gesellschaft und Institutionen des palästinensischen Volkes zum Ziel genommen. Man denke daran, dass Hamas nicht nur eine Terrororganisation ist, so wie die USA und Israel es gerne behaupten. Sie ist auch nicht nur eine politische Partei; Hamas unterhält ein ganzes Netzwerk von Schulen, Kliniken und Sozialeinrichtungen in einer verarmten Gesellschaft, die  nach Jahrzehnten von Ausbeutung und Jahren der Strangulierung nahe am Verhungern ist. Es geht nicht darum, ob man Yassins religiöse Überzeugung mag oder nicht; es geht auch nicht darum, dass Israel selbst in den 80 er Jahren das Hochkommen von Hamas ermutigte und unterstützte und dabei hoffte, Arafats PLO zu schwächen. Der Haken an der Sache ist, was der israelische politische Soziologe Lev Grinberg „einen symbolischen Genozid“ nannte: „weil die Welt keine totale Vernichtung erlaubt, findet eine symbolische Vernichtung statt.“ Die Botschaft dieser Gräueltat  ist die: Israels Krieg zielt nicht auf die Kampfunfähigkeit der bewaffneten Kräfte der Feinde hin, sondern auf seine Vernichtung, wenigstens symbolisch .... mehr >>>
 

 

 

....Im Falle eines Rückzugs aus dem Gazastreifen sollen dort nach Ansicht Scharons keine staatlichen Strukturen entstehen. In mehreren aktuellen Interviews hat der Premier erklärt, dass sich Israel das Recht zu "Aktionen gegen terroristische Strukturen" vorbehalte. In anderen Worten: die Luftangriffe und Panzerinvasionen im Gazastreifen werden kein Ende haben. Ein Gefühl der Sicherheit soll bei den Palästinensern nicht entstehen. Insgesamt geht es Scharon um die völlige Verhinderung palästinensischer Eigenstaatlichkeit. "Wenn man Gebiete und Ortschaften im Westjordanland einzäunt, dann beendet man viele (palästinensische) Träumereien", erklärte Scharon gegenüber der Tageszeitung Ma'ariv vor einer Woche. "Mein Plan ist hart für die Palästinenser. Ein tödlicher Stoß." mehr >>>

 

 

. Wenige hundert Meter weiter südlich hat das israelische Militär ein Trainingslager aufgestellt und hat viele Hektar Agrarland beschlagnahmt, das vorher den Bewohnern gehört hatte. Gepanzerte Fahrzeuge und Jeeps fahren unbeschränkt sogar auf Feldern neben dem Dorf, die das Militär noch nicht beschlagnahmt hat, zerstören da die Ernte und erschrecken kleine Kinder.

Wenige hundert Meter nach Norden, auf dem Grat des Berges, wurden eine Reihe jüdischer Siedlungen und Außenposten gebaut. Die Siedler bedrohen jeden Palästinenser, der den Hang ersteigt, und hindern die Bewohner daran, ihre nördlichen Felder zu pflügen und ihre Schafe dort zu weiden......So haben das Militär und die Siedler erfolgreich die Einwohner auf ein winzigen Stück Land beschränkt,.......

Vor zwei Monaten haben die Höhlenbewohner einen weiteren Schlag erlitten. Am 15. Januar hat ein kleines Flugzeug einige Felder, die die Dorfbewohner noch betreten durften, besprüht und den Ertrag mit Chemikalien zerstört, den die Dörfler kurz vorher erst gepflanzt hatten. Was auf dem Boden nicht gelang, wurde aus der Luft ausgeführt.
Die Botschaft an die Bewohner von Jimba war klar: ihr bleibt nicht mehr lange auf diesem Land.
Die Methode ist, die Infrastruktur zu zerstören, so dass die Bewohner "freiwillig" das Land verlassen. Auf Hebräisch nennt man das "Transfer".
Aber wer steckt hinter diesem düsteren Komplott?

Am 4. Februar haben Ta'ayush Aktivisten (eine jüdisch-arabische Partnerschaft) mit einer Rechtsanwältin von der Association for Civil Rights und ein Arbeiter von Physicians for Human Rights Jinba besucht. Während sie dort waren, hat die Rechtsanwältin die Polizei in Hebron angerufen und sie gebeten, nach einer Klage wegen Belästigung durch Siedler zu schauen. Sie hatte keine Ahnung, was darauf folgen würde.

Vier Nächte später, um etwa 3 Uhr, kamen drei Autos nach Jinba. Die Besucher schienen Sicherheitsoffiziere der nahen Siedlungen zu sein. Sie weckten die  Höhlenbewohner und trennten die Männer und Frauen. ....  mehr >>>

 

Salfit, im Herzen der besetzten Westbank, leidet seit vielen Jahren unter Enteignungen und Wasserdiebstahl. In der Region leben mittlerweile 65 % aller israelischen Westbank-Siedler, wohingegen es nur noch 20 palästinensische Dörfer gibt. (...)

Die wirtschaftliche Lage der Dorfbewohner in Salfit ist verheerend. (...) Salfit besitzt die größten Grundwasservorkommen der Westbank. Der israelische Wasserdiebstahl hat eine lange Geschichte. In den letzten Jahren wurden 16 artesische Brunnen beschlagnahmt: Das Wasser aus diesen Brunnen wird jetzt viele Kilometer weit nach Israel, in die Siedlungen in Salfit und sogar bis in die Siedlungen im Jordantal umgeleitet. Wegen der Übernutzung durch die Siedler verfügen die nahegelegenen Dörfer über keine ständige Wasserversorgung mehr. Die Israelis verbrauchen fünfmal mehr Wasser als die Palästinenser. Gleichzeitig ist das Wasser für die Palästinenser sehr viel teurer: Sie müssen 300% soviel bezahlen. (...)

In den letzten neun Jahren hat die Stadtverwaltung von Salfit versucht, eine Kläranlage für ihre Einwohner zu bauen. Für den Bau der Anlage und einer Hauptleitung zur Stadt erhielt die Stadtverwaltung eine Unterstützung von mehr als 10 Millionen Euro von der Bundesrepublik Deutschland. Die israelischen Besatzungstruppen stoppten den Bau und beschlagnahmten 18 Monate lang alle Maschinen. Die Verwaltung von Salfit musste zusätzliche Darlehen aufnehmen, um ein neues Stück Land näher bei der Stadt zu kaufen. Ausserdem musste ein Darlehen von etwa einer Million Euro aufgenommen werden, um die Wasser- und Stromleitungen neu zu verlegen. Obwohl der neue Standort der Anlage von Israel genehmigt wurde, wird diese nun durch die Apartheidmauer von Salfit getrennt. Dadurch wird die Anlage nicht mehr unter Kontrolle der Stadt stehen, sondern dem Zugriff der Siedler ausgesetzt werden.... mehr >>>

 

 

..... Es gibt in der Hamas verschiedene Strömungen. Der ideologische harte Kern lehnt in der Tat jeglichen Frieden und Kompromiss mit Israel ab. Sie betrachten Israel als  eingepfropften Fremdkörper in Palästina, das nach islamischer Lehre ein muslimisches "wakf" (religiöse Stiftung) ist. Viele Hamas-Anhänger betrachten die Organisation aber nicht so sehr als ideologisches Zentrum, sondern eher als ein Instrument, um Israel bei der Verfolgung realistischer Ziele zu bekämpfen.

 Scheich Yassin erklärte vor einigen Monaten in einer deutschen Zeitung, dass der Kampf nach der Errichtung eines Palästinenserstaates in den Grenzen von 1967 eingestellt würde. Vor kurzem bot er einen 30jährigen Waffenstillstand ("hudna") an. (Das erinnert mich sehr an einen von Ariel Sharons Vorschlägen, dass Israel den Gaza-Streifen aufgeben und große Teile der West Bank für eine Interimsphase von 20 Jahren behalten wolle.)

 Deswegen diente die Ermordung des Scheichs keinem positiven Ziel, sondern war eine Torheit.

Die drei Generäle, die heutzutage die Politik Israels bestimmen - Premierminister Ariel Sharon, Verteidigungsminister Sha'ul Mofaz und Stabschef Moshe  Ya'alon - behaupten, dass "kurzfristig" zwar die Angriffe auf  israelische Staatsbürger zunehmen werden, "langfristig" würde es jedoch dazu nützen, den "Terrorismus auszurotten". Sie sind  dabei aber sehr vorsichtig und definieren nicht, wann das "Kurzfristige" endet und das "Langfristige" beginnt. Unsere Generäle glauben  nicht an Terminkalender.

 Ich nehme mir die Freiheit, diesen drei glorreichen Strategen mitzuteilen: Quatsch mit Tomatensoße (wie es im hebräischen Slang heißt). Oder vielmehr Quatsch mit Blut.

 Kurzfristig gefährdet diese Tat unsere persönliche Sicherheit; langfristig stellt sie eine noch größere Gefahr für unsere nationale Sicherheit dar.

 Kurzfristig hat die Tat die Motivation der Hamas erhöht, tödliche Angriffe auszuführen. Jeder Israeli weiß das und trifft momentan zusätzliche Vorkehrungen. Aber weniger offensichtliche Ergebnisse sind viel bedrohlicher.....  mehr >>>

 

 

from: Waltraud Schaue
ent: 24, 2004 11:40 PM

Palästina, ein Gefängnis ohne Dach

Brief vom März 2004,

Die Lebenssituation der Palästinenser hat sich seit meinem letzten Besuch im Dezember 2003 dramatisch verschlechtert.

Kinder sind mangel/oder unterernährt, viele Erwachsene hungern. Die Mauer umschließt immer weitere Gebiete, Dörfer und Städte - wie z.B. Qalqilia, eine Stadt mit 43.000 Einwohnern. Diese Stadt ist rundherum mit der 8 Meter hohen Mauer umgeben, also total eingemauert und mit Wachtürmen und Kameras versehen, die Tore elektrisch gesichert. Das ist ein Ghetto. Richtung Osten gibt es einen Zugang der von israelischen Soldaten bewacht und am Abend geschlossen wird. Im Norden und Süden der Stadt gibt es jeweils ein Tor, diese sind für die Bauern vorgesehen damit sie zu ihren Feldern können. Diese beiden Tore werden für 50 Minuten pro Tag geöffnet und zwar von 07:40-08:00 Uhr, mittags von 12.00-12:15 und abends von 18:45-19:00 Uhr. Somit werden die Bauern gehindert ihre Felder zu bestellen. Die Israelis haben ein altes osmanisches Gesetz ausgegraben das besagt, wenn Bauern ihre Felder drei Jahre nicht bearbeiten fällt es an den Grundherrn zurück, das sind gegenwärtig die israelischen Besatzer.

Es gibt massiven, gewaltlosen Widerstand der lokalen Bevölkerung gegen den Bau der Mauer und gegen die Besatzung, vor allem Frauen demonstrieren, weil sie sich erhoffen, dass die israelischen Soldaten mehr Hemmungen haben auf sie zu schiessen. Das ist leider ein Irrtum. Ich war mit einer Gruppe von Internationalen die meisten davon Italiener und beteiligten uns bei einer friedlichen Demonstration mit den Bewohnern im Dorf Media, wo der Bau der Mauer vorbereitet wird, Olivenbäume gerodet und die Bulldozer das Gelände bearbeiten. Wir  versuchten mit den Soldaten ins Gespräch zu kommen. Zum ersten Mal musste ich erleben wie ein Soldat gezielt das Gewehr auf mich ansetzte , ich war so erstarrt und konnte mich nicht bewegen, er schoss dann mit einer "sound bomb" und einer Tränengasbombe auf mich, die einen halben Meter neben mir explodierten. Es wurde viel herumgeschossen. Ein Mensch wurde von einem "rubber bullet"  am Kopf verletzt und mit der Ambulanz weggebracht. Die Palästinenser sagten, wären wir Internationale nicht dabei gewesen hätten sie auf alles scharf geschossen das sich bewegt , jeden Tag werden  Menschen, auch Frauen und Kinder erschossen. Ein Palästinenserleben scheint nicht viel Wert zu haben, jedenfalls werden diese Toten in den Medien kaum erwähnt. Alle mit denen ich gesprochen habe, sehnen sich nach Frieden mit Israel und einem normalen Leben. Sie sind erschöpft, müde, ausgelaugt....
mehr >>>

mehr Texte >>>


Kenneth Lewan
Ist Israel Südafrika
Das Buch wird gegen einen 'Solidaritätsbeitrag  (5€ + 2€ Versandkosten) verkauft.

Weitere Infos hier >>>


Rezension -
Das Buch ist aktueller denn je. Von der BRD-Presse totgeschwiegen, zeigt es Israel so wie es ist >>>
 



Was geschieht eigentlich hinter der Mauer in Palästina.

"Nur" Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder schleichender Völkermord

Eine Dokumentation von Ellen-Ruth Rohlfs
3. erweiterte Auflage

Selbstverlag - Preis 12.- € - Zu beziehen über: ellen.rohlfs(at)freenet.de
 


Eine kostenlose CD - Die Geschichte Palästinas in Bilder - (PowerPoint) >>>

Die CD ist einschließlich der Portokosten gratis. Sie ist ein Teamwork der Gesellschaft Schweiz-Palästina, Gruppe Tessin. >>>

 

Start | oben

Mail           Impressum           Haftungsausschluss                Honestly Concerned  + Netzwerk        The "best" of  H. M. Broder            Erhard  arendt art