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Eine Frau in Rafah, die in ihrem Zelt sitzt,
nachdem ihr Haus in Block "O" demoliert worden war
Zuweilen gelingt es jemandem, „seine Welt in einem Augenblick
zu gewinnen“, wie es in einer alten hebräischen Redensart heißt.
Dies geschah dem Justizminister Josef („Tommy“) Lapid, als er
folgende Worte äußerte: „Diese alte Frau erinnert mich an meine
Großmutter!“ Diese alte Frau, eine Bewohnerin des Flüchtlingslagers Rafah,
deren Haus von der israelischen Armee zerstört wurde, wurde durch
ein Foto verewigt, als sie in verzweifelter Suche nach ihren Medikamenten
die Ruinen ihres Hauses durchwühlte. Auch zwei Tage später noch
fanden zwei Journalisten sie an derselben Stelle, um unter dem
Schutt nach ihren Medikamenten zu suchen. Tommys Großmutter kam im Holocaust um. Er selbst wurde in einem
ungarischen Landstrich im Norden Jugoslawiens geboren und überlebte
den Holocaust im Budapester Ghetto. Als er „meine Großmutter“
erwähnte, war es ganz klar, dass er ein Opfer des Holocaust meinte. Dieser Satz verursachte einen Sturm. Es mag sehr wohl sein, dass
es der Strohhalm war, der den Rücken des Kamels brach *) und die
Regierung dahin führte, mit der andauernden Gräueltat in Rafah
sofort aufzuhören. Natürlich war die Lage dafür reif. Die Bilder des Tötens und der
Zerstörung in der armen Stadt füllten die Fernsehberichte und
Zeitungsseiten in aller Welt. Die Al-Jazeera-Fernsehstation zeigte
sie stündlich mehrmals Zehnmillionen in der arabischen Welt. Auch
in der westlichen Welt waren die Fernsehschirme voll davon. Die
so konzentrierte Auswirkung war erschreckend – die israelische
Armee wurde wie eine unmenschliche Maschine gezeigt, die das Leben
von Hunderten Familien gedankenlos zerstört. Das Bild eines kleinen Jungen, der einen großen Koffer schleppte,
um ein wenig vom Hab und Gut seiner Familie zu retten, sagt mehr
als tausend Worte eines offiziellen Armeelügners. Der Panzer, der fotografierte wurde, als er auf unbewaffnete Demonstranten
schoss, die marschierten und im Takt in die Hände klatschten,
brachte das Fass zum Überlaufen. Die Vorwände und Erklärungen
der offiziellen Propagandasöldner machten die Sache nur noch schlimmer.
Man spürte direkt, wie die Welt erschauderte. Aber die militärische und politische Führung war von ihren Taten
wie berauscht. Sie verkündete, dass die Operation in noch größerem
Ausmaße fortgeführt werde. Die Militärkräfte, die sich auf eine
Armeedivision verstärkt hatten, wurden zusammengezogen, um Rafah
den Gnadenstoß zu geben. Wie Lapid selbst bezeugt, war es die
Absicht, 3000 Häuser zu zerstören. Es scheint, als ob die Amerikaner hinter der Szene aktiv gewesen
seien. George Bush hat genug Scherereien im Irak. Seine Politik
ist im Begriff zusammenzubrechen. Die Bilder von Rafah schwärzten
das Image der
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"Operation Regenbogen"
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Bildersonderseiten
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..... Dem Bulldozer nur einen Schritt voraus (Bericht vom 21.
Mai 2004)
Rafah. Palästinensische Familien, die nahe der ägyptischen
Grenze wohnen, haben ihre Lektion schon vor Jahren gelernt:
Stets hat man mehrere kleine Taschen mit wichtigen Dokumenten,
Bargeld und ein paar Sachen, an denen man hängt, parat und
gepackt. Wenn sich das Baggern der Bulldozer nähert, in der
Nähe Panzergranaten einschlagen oder Helikopter über einem
kreisen - das letztemal am 12. Mai - schnappen sich die
Menschen ihre Taschen und fliehen. Wa’il Mansurs Familie -
inklusive seiner Eltern, Großeltern und Nachbarn - hingegen
hatte sich sicher gefühlt. Sie wohnen in einem relativ ruhigen
Teil des so oft geschundenen Rafah. Nie hatten sie es für
nötig gehalten, ‘Taschen zu packen’. Das Viertel, in dem sie
leben, heißt Brazil. Es liegt rund 700 Meter von der Grenze
entfernt. Zwischen ihren Häusern und der Grenze liegen mehrere
Häuserzeilen. Zwei der Häuserreihen waren aber schon
niedergemacht. Dennoch hatte die Mansur-Familie geglaubt, ihr
Haus liege weit genug von der Grenze, außerhalb der
Gefahrenzone.
Gestern Morgen, 8.30 Uhr: Ein riesiger Bulldozer, so erzählen
sie, habe begonnen, die Häuser der Nachbarschaft
niederzuwalzen. Die Nachbarn flohen um ihr Leben, einige
barfuß, andere ließen Ausweise, Führerscheine (Mansur ist
Taxifahrer), Geld, Kleidung und Bücher zurück. Der Bulldozer
zerquetschte Mansurs Taxi. Ebenso untergepflügt wurde ein
kleiner “Zoo”, den ein Nachbar vor zwei Jahren angelegt hatte,
um die örtlichen Kindern zu erfreuen. Zuvor - Mittwochabend,
22 Uhr - hatten gepanzerte IDF-Fahrzeuge mit
Helikopter-Unterstützung in Brazil Stellung bezogen. Mansurs
Eltern lebten zusammen mit 13 anderen Personen in einem
Gebäude mit Asbest-Dach. Mansurs Haus, in dem 17 Menschen
lebten, bestand aus Beton und Asbest. Mansur hatte Angst um
das Leben seiner Lieben: Eine Kugel könnte durch die dünnen
Hauswände dringen, jemanden töten. Aus Angst um ihr Leben
drängten sich Mittwochnacht also “Frauen, Männer und Kinder”
aus beiden Gebäuden in zwei Räumen von Wa’il Mansurs Haus - in
der Hoffnung, die IDF ‘Operation Regenbogen’ ziehe bald
vorüber. Mittwochnacht machte niemand in Rafah ein Auge zu.
Dicht über den Dächern flogen Helikopter; Raketen zischten
durch die Luft; überall war Gewehrfeuer zu hören. Wie alle
Menschen Rafahs wartete die Mansur-Familie - mit ihren 31
Mitgliedern in zwei Räumen - auf eine morgentliche Beruhigung
der Lage. Gegen 7.30 Uhr bereiteten die Frauen das Frühstück.
Die Familienmitglieder hofften auf einen normalen Tag. Aber
eine Stunde später brach die Hölle los. Mansur erinnert sich:
In Panik und Angst schrien die Nachbarn. Er sei losgerannt, um
ihnen zu helfen. Erstaunt habe er festgestellt, dass der
Bulldozer im Begriff stand, auch sein Haus niederzureißen und
das seiner Großeltern. Mansur: “Ich flehte ihn an (den
Bulldozerfahrer), aufzuhören und uns aus dem Haus zu lassen.
Er blockierte den Eingang. Der Fahrer saß hinter Glas und hat
uns nie gehört... Nur noch eine Sekunde, und wir wären tot
gewesen - 50 Personen, Kinder, Alte, Frauen, alle standen wir
mit dem Rücken zur Wand, während der Bulldozer auf uns
zubaggerte. Der Fahrer hat uns nie gehört. Die Zerstörung ging
so schnell vor sich - bevor wir irgendetwas sagen konnten, um
sie zu stoppen”. Was die Mansur-Familie rettete, war eine
Eisenleiter, die in den Hof des Nachbarhauses führte. Mansur:
“Zuerst ließen wir die Kinder auf die Leiter klettern, dann,
unter großen Schwierigkeiten, die alten Leute. Sie fürchteten
sich hochzuklettern, aber die Angst trieb uns an, sie zu
drängen. Gerade, als wir alle im Nachbarhaus waren, begann der
Bulldozer, auch dieses zu zerstören”. Mansur erzählt weiter.
Als sie aus diesem zweiten demolierten Haus flohen, hätte ein
Soldat in einem Panzer die verängstigte Familie aufgefordert,
die Hände hochzuheben. “Wir sahen, alles in der Gegend lag in
Ruinen. Die Geschäfte waren zerstört, der Asphalt
aufgebrochen, die Strommasten umgestürzt. Wir hoben die Hände
und gingen an den Panzern vorbei, während sie feuerten. Mein
Großvater, 85, kann nicht gehen. Ich trug ihn auf meinem
Rücken. Ich ging langsam. Der Soldat im Panzer brüllte mich an
- “schneller, schneller””.
.... mehr >>>>
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Brief aus
Israel 26.05.04
....... Ghassan Andoni von der ISM,
schreibt regelmäßige Berichte für die palästinensische Presseagentur
IMEMC über die Lage. In seinem gestrigen Bericht drückt er vor allem
seine Besorgnis aus, dass es den USA inzwischen gelungen ist, die
arabischen Ländern so unter Druck zu setzen, bzw. gar zu kontrollieren,
dass sie bei ihrem Treffen in Tunis nur eine ganz milde und allgemein
gefasste Verurteilung von Gewalt gegen Zivilisten auf beiden Seiten
ausgesprochen haben. Bisher hätten die arabischen Ländern den
Palästinakonflikt als Vorteil gesehen, der ihnen gemeinsam
internationales Ansehen verlieh, inzwischen sei er zu einer Bürde
geworden. Durch ihre Bereitschaft, von einer deutlichen Verurteilung
Israels abzusehen, hätten sich die arabischen Länder etwas wehren können
gegen den amerikanischen Druck für interne Reformen. Der Bericht
schließt mit den Worten: "Die Illusion, dass die Palästinenser
allgemeine arabische Unterstützung genießen, ist vorbei, wie auch
jegliche Begründung für die Behauptung, Palästinenser hätten 23 Ländern,
in denen sie wohnen könnten, wogegen die Juden nur ein winziges Land
haben. In Wirklichkeit haben Palästinenser nur kleine, winzige, mini,
isolierte Kantone, die sie nur durch ein Wunder werden erhalten können."
...
http://de.groups.yahoo.com/group/Brief-aus-Israel/ |
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Zwölf erschöpfte Frauen und Männer
schleppen sich die Stufen des kleinen Hauses
hinauf, lassen Rucksäcke und Regenkleidung fallen
und sinken auf die für sie bereitgelegten
Matratzen. Etwas misstrauisch beäugen sie die an
losen Drähten hängenden die Glühbirnen und die
halbfertigen Steckdosen. Immerhin funktioniert der
Heizstrahler zum Wärmen der Hände. Dieses Haus ist
ganz anders als die vertraute Umgebung in
Jerusalem oder Tel Aviv. Aber hier werden sie in
den nächsten paar Tagen zuhause sein: Mitten in
der Westbank. Obwohl die Anreise nur gut eine
Stunde gedauert hat,. haben sie einen langen Weg
hinter sich: Sie sind jetzt in einem anderen, in
einem besetzten Land.
Der erste Tag im „Mikarov“-Projekt ist für die
Gruppe besonders anstrengend, „Mikarov“ ist
Hebräisch und bedeutet „aus der Nähe“ oder
„verwandt“ – das Projekt zeigt Israelis das Leben
von Palästinensern in der nördlichen Westbank.
Zwei Teilnehmerinnen, Rachel und Claire, haben
Söhne, die als Soldaten in de Westbank stationiert
sind. „Mikarov“ ist eine Gemeinschaftsprojekt vom
Internationalen Frauen- Friedensdienst (IWPS), dem
Israeli Committee Against House Demolitions (ICAHD),
Checkpoint Watch und dem Alternative Information
Center. Das Projekt wurde federführend von IWPS
mit dem ehrgeizigen Ziel entworfen, die gängige
Form der Solidaritätsarbeit von Israelis in der
Westbank zu verbessern.
Die teilnehmenden Israelis kommen aus nächster
Umgebung in die besetzten palästinensischen
Gebiete. Trotzdem unterscheidet sich die
Lebenswirklichkeit der Menschen hier vollkommen
von ihrer eigenen. Üblicherweise kennen die
Israelis das Leben aus der Westbank höchstens aus
den Kommentaren des israelischen Kolumnisten
Gideon Levy. Levy schreibt für die liberale
israelische Tageszeitung Haaretz
...
mehr >>>>.
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..... Das
offizielle Ziel ist, „die Tunnel unter der „Philadelphi-Achse“ zu
zerstören“. Aber Tunnel hat es dort seit Jahren gegeben. Die Armee rühmt
sich, 98 solcher Tunnel in der Vergangenheit zerstört zu haben, aber nur
zwei Tunnel seien bei dieser Operation gefunden worden. Es ist klar,
dass keine militärische Operation diesem ein Ende setzen wird. Selbst
wenn die Armee noch mehr palästinensische Häuser zerstört, um die Achse
zu verbreitern – dann werden die Tunnel eben länger werden. Die Tunnel sind ein Vorwand. Welches waren dann die wirklichen Gründe
dieser brutalen Invasion in einer erbärmlichen kleinen Stadt?
Der erste Grund ist der einfachste: die Rachgier. Die Armee hatte zwei
schmerzliche Schläge erlitten; nun wollten die Kommandeure die Rechnung
begleichen. Dutzende von Palästinensern werden für 13 unserer Soldaten
getötet, Hunderte von Häusern werden für zwei zerstörte militärische
Mannschaftswagen in die Luft gesprengt.
Hinzu kommt das Argument der Moral. Einige ranghohe Offiziere gaben
offen zu: eine eindrucksvolle Operation, die die Überlegenheit der
israelischen Armee unterstreicht, richtet die Moral der Soldaten, die
nach den Fehlschlägen noch immer niedergeschlagen sind, wieder auf.
Dazu kommt auch das schlechte Gewissen der Kommandeure, die ihre
Soldaten mit einer großen Menge Sprengstoff in nicht genügend
gepanzerten Fahrzeugen in ein Kampfgebiet fahren lassen. In einer
ordentlichen Armee hätten die verantwortlichen Offiziere – an der Spitze
der unfähige Generalstabschef – innerhalb von Stunden ihren Posten
aufgegeben. In der israelischen Armee laufen die Dinge aber anders. Im
Gegenteil, wenn man versagt, kann man Beförderung erwarten. Vom rein militärischen Standpunkt aus gesehen, ist die „Philadelphi-Achse“
(der Name wurde zufällig durch einen Computer gewählt) purer Wahnsinn.
Sie kann nicht verteidigt werden, ohne dass Gräueltaten begangen werden,
die Kriegsverbrechen darstellen oder nahe an diese herankommen. Sie
zieht die Guerillakämpfer an, so wie Licht die Motten anzieht.
Aber die Armeechefs, die sich dies erdacht haben, werden diese Torheit
nie zugeben. Es gibt noch einen Grund für die Operation. Die Generäle wollen Gaza
verlassen, aber „erhobenen Hauptes“. Sie können es nicht dulden, dass
palästinensische Guerillas später behaupten, sie hätten sie mit Gewalt
vertrieben, wie es die Hisbolla im Libanon tat. Es ist ein kindisches Argument, das eine besondere militärische
Mentalität reflektiert. Nach Rafah wird das Gegenteil eintreten: die
Aktion wird den Palästinensern bestätigen, dass ihr heldenhafter
Widerstand die Armee gezwungen hat zu gehen. Wer wird das leugnen
können? Aber die Direktive für den Angriff auf Rafah kam von der politischen
Führung, die eine laute Militärshow mit viel Töten und Zerstören
benötigte, um die primitiven Emotionen eines Teils der Bevölkerung zu
befriedigen. Einfach gesagt: sie verletzten uns – also werden wir sie
verletzen. Zehn Augen für ein Auge – zehn Zähne für einen Zahn. So werden Wahlstimmen gewonnen. ...... Ein paar Tage nach der Likudabstimmung veröffentlichte Gush Shalom eine
politische Anzeige unter der Schlagzeile: „Warnung!“
„Sharon gleicht einem verwundeten Stier.
„Ein verwundeter Stier ist ein gefährliches Tier „ Sein Plan ist tot. Er ist nicht in der Lage, eine einzige Siedlung
aufzulösen. „ Er ist nicht in der Lage, einen anderen Plan akzeptiert zu bekommen.
„Sein einziger Ausweg ist, ein spektakuläres militärisches Abenteuer zu
befehlen.. „Es wird keine Grenzen für blutige Taten geben, derer er jetzt – nur um zu überleben – fähig sein wird.“
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irgendwann irgendwo auf der welt
hunderte
zerstörter häuser
tausende
obdachlose
verletzte
- tote
die welt
schaut hin
die welt
hilft
heute
erdbeben
in rafah/gaza
hunderte
zerstörter häuser
tausende
obdachlose
verletzte - tote
Sharon spielt Gott
bulldozert rafah
ein
die welt schaut
hin
die welt schaut z
u
P. Rainer Fielenbach
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.. Sharif Omar
zeigte mir sein Land. Es ist jetzt vollständig von seinem Haus und dem
Dorf abgeschnitten. Um es zu besuchen musste ich durch das Jayous Tor in
der Mauer in der Nähe des Flaschenhals-Checkpoints nach Qalqilia [ein
Städtchen, dass von der Mauer umringt und nur durch einen schmalen
Streifen mit der Westbank verbunden ist]. Er hatte sein Passierschein
benutzt um sein Land zu erreichen aber mich, als Internationale, ließen
sie ohne Kontrolle durch. Es gibt jetzt einen ähnlichen Checkpoint in das
Dorf Jayous von der Westbank, der auch von der Armee kontrolliert wird und
an dem sich ein riesen Stau gebildet hatte von Verkehr, der nach Jayous
wollte, als ich das Dorf verließ. Jayous, ein kleines palästinensischen
Dorfes innerhalb einer ummauerten Enklave, kann so leicht vollständig
abgeschnitten werden, auch von den anderen Dörfern in der Enklave, und
kann völlig vom israelischen Militär kontrolliert werden.
Das Land von Sharifs Familie ist sehr nahe an der 1948iger Grenze, der
"Grünen Linie", und sein Vater hat schon Land an die Siedlung Tsurgal, die
direkt auf der anderen Seite der Grenze gebaut wurde, im Jahr 1948
verloren. Seine Familie hat aber weiterhin das Land bearbeitet. Dann, am
30. Okt. 1988 haben die Israelis mehr Land enteignet um einen Steinbruch
anzulegen und er musste zuschauen, als sie die Bäume und die Erde
entfernten und den Stein ausgruben. Nach einigen Jahren fingen sie an,
Sprengstoff im Boden zu vergraben, um den Steinbruch zu vergrößern und es
gab viele Sprengungen. So ging er zum Gericht, um für sein Land zu
kämpfen...... Die Mauer läuft nun 6 km von der Grünen Linie entfernt, und trennt das
ganze Grundwasser der Gegend vom Dorf ab. fünf palästinensische Gemeinden
sind von der Westbank, ihren Nachbarn und Familien abgeschnitten und....
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...... Die Kishta-Familie hat es
aufgegeben zu zählen, wie oft IDF-Bulldozer – unterstützt durch Panzer,
APCs und Helikopter – in ihrer Gegend Häuser zerstörten; vielleicht fünf-,
vielleicht sechsmal. Einmal zerstörte ein Bulldozer sogar ihr
Schlafzimmer. Von dort haben sie jetzt einen Blick auf die Mauer aus
Stahl, die die Armee entlang der Grenze errichtet, Termiten-Außenposten
genannt, nackte Häuser aus Beton und zwischen den Sanddünen Trümmerhaufen.
Letzten Donnerstag waren Kugeln und Granaten in die Mauern des Hauses
ihres Sohns Abed eingeschlagen und hinterließen Löcher.
Donnerstag und Freitag wurden weitere Häuser der Kishta-Sippe demoliert -
als APCs, Panzer und Helikopter die Gegend überfielen. Eine Rakete wurde
auf eine Gruppe Frauen abgefeuert; 7 Tote. Die Bewohner Rafahs wehren sich
vehement gegen die IDF-Behauptung, die Armee habe es auf bewaffnete
Palästinenser abgesehen. Menschenrechtsorganisationen in der Stadt sagen,
bei den Getöteten handle es sich um Zivilisten. „Vor zwei Jahren haben sie
mir mein erstes Haus überm Kopf abgerissen“, sagt eine der Töchter der
a-Sha’ar-Familie. „Diesmal bin ich, kaum dass ich sie kommen hörte,
geflohen“. Und ein weiteres Familienmitglied: „Die IDF sagt, sie würde nur
leere Häuser zerstören. Zuerst jagen sie uns mit schwerem Feuer aus dem
Haus. Dann können sie es zerstören, es ist ja leer. Oder sollen wir etwa
im Haus bleiben - während sie es mit Granaten beschießen -, damit sie es
nicht zerstören?“ Ein Gerücht, das letzte Nacht verbreitet wurden: Die IDF
plant, die Straße zwischen Gaza-Stadt und Rafah für die kommenden 3 Tage
abzuriegeln. Von einigen Leuten wird das als Zeichen gewertet, dass das
Zerstörungswerk weitergeht – im Schutze des Blackouts der gesamten
Welt....
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Bahour
schließt mit der Überlegung, "wie viele andere
unter unseren israelischen Nachbarn seine
Menschlichkeit teilen".....
Leider merkt
man davon allzu wenig in vielen anderen Berichten,
die mich erreicht haben - außer der Tatsache, dass
sie ja überhaupt von Israelis zusammengestellt und
verteilt werden. Eine undankbare und oft
schwierige Arbeit in einem Land, dessen
Bevölkerung immer mehr der Paranoia verfällt und
in jeder kritischen Äußerung eine Kriegserklärung
sieht. Ich kann leider längst nicht alles
übersetzen und weitergeben, so gern ich es täte -
z.B. die Berichte vom Christian Peacemakers Team
und dem Womens International Peace Service aus
Hebron, von Soldaten, die in einen Schulhof
hineinschießen und Kinder töten, von einer
Hausdemolierung, bei der es dem Eigentümer
ausdrücklich verboten wird, vorher irgendetwas
herauszuholen, von weiterer Zerstörung
palästinensischer Behausungen in den Hebronbergen,
von einer Massenprügelei bei einem
Gerichtsprozess, wo palästinensische Gefangene von
eine ...... Polizeitruppe zusammengeschlagen
wurden, weil einzelne es gewagt hatten, ihre zum
Prozess erschienenen Familienmitglieder
anzusprechen. Der Richter war noch nicht gekommen,
so bliebe den Anwälten nur die Möglichkeit einer
völlig wirkungslosen Beschwerde bei der
Polizeiverwaltung. Und dann ein Bericht von einem
Besuch im Krankenhaus in Nablus - Schwerverletzte
aus Tul Karm und Dörfern, wo gegen die Mauer
protestiert wird. Ein 10-jähriger, dessen Familie
strahlt, weil er überlebt hat, obwohl er nach
einem Kopfschuss halbseitig gelähmt ist. Und so
geht es weiter. Von Jayyous kommt ein
verzweifelter Aufruf an die ganze internationale
Gemeinschaft, die Menschen, die 90% ihres Landes
durch die Mauer verloren haben, vor dem Untergang
zu Retten.
Die Reaktionen
auf einen anderen Appell an die internationale
Gemeinschaft werden von der folgende Aussage aus
einem Aufsatz von Ilan Pappe, Politikdozent [-in?]
an der Universität Haifa verdeutlicht: "Meinungen,
die früher bestenfalls als Randerscheinungen, ....
mehr >>> |
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...
die Opferrhetorik steht noch etwas stärker im Vordergrund als
ohnehin schon. "Wir spüren keine Unterstützung für unser
Leid". So der Titel des Interviews mit dem Konferenzteilnehmer
und israelischen Staatspräsidenten Mosche Katsav in der FAZ am
30.04. Man beachte das Detail: Er möchte keine Unterstützung
für den Frieden, sondern für sein Leid. Ebenfalls neu ist der
Topos "Antisemitismus soll man nicht zu sehr auf Araber und
Muslime abschieben" und vielleicht das Modewort der
"Dämonisierung". Der Topos "Auch im Bereich der
Globalisierungskritiker gibt es antisemitische Tendenzen"
scheint inzwischen zum etablierten Repertoire von
Antisemitismusartikeln zu gehören.
Insgesamt gesehen stellte diese Konferenz mit
hochkarätigen Teilnehmern wie den Regierungsvertretern Colin
Powell (USA) und Mosche Katzav (Israel) für viele Beobachter
eine Provokation dar, weil eine schwer zu bestimmende Gruppe
aus der Gesellschaft herausgenommen und mit Sonderrechten
versehen wird, die in unmittelbarem Zusammenhang stehen mit
den Menschenrechtsverletzungen Israels, die sich in den Wochen
und Monaten vor der Konferenz zugespitzt haben. So nutzte der
israelische Staatspräsident das Forum, um für Solidarität mit
(dem derzeitigen, offiziellen) Israel zu werben. Herr Katsav
provoziert den Westen (den noch eher als den Osten, der solche
Sprüche gewohnt ist) mit den Worten: "Unsere Hände sind sauber.
Unsere Moral ist sehr hoch. (...) Und wirklich, wir versuchen
alles mögliche, um eine Entspannung und den Frieden mit den
Palästinensern herbeizuführen."...
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Das Dorf Jayyous appelliert
an die Welt
Die Familien von Jayyous,
einem Dorf nordöstlich von Kalkilia, haben an die
internationale Gemeinschaft einen Appell erlassen, man möge
ihnen in der besonderen Not, in der sie sich befinden,
beistehen.
Der Appell ist
überschrieben: „Jayyous erstickt“ :
„Die Bewohner von Jayyous
appellieren hiermit an die Welt und bitten dringend alle
freien und aufrichtigen Menschen, einzuschreiten und zu
vermitteln, dass Israel die gewalttätigen und üblen Praktika
gegen unsere Bürger aufgibt. Wir leiden Tag und Nacht. Sie
fallen jeden Tag ins Dorf ein und lassen giftige Gasbomben
explodieren. Nicht einmal unsere Tiere sind vor diesem
tödlichen Gas sicher. Nur zur Erinnerung: Jayyous hat 90%
seines Landes als Folge des Apartheidmauerbaus verloren.
Bitte, tun Sie etwas, um diese Tragödie aufzuhalten.“
Die israelischen Behörden
haben den Bau der Trennungsmauer in diesem Gebiet beendet und
einen großen Teil von Jayyous’ Land enteignet, besonders das
landwirtschaftlich genützte und die Wasserreserven. Die
Bewohner dieses Dorfes und der umliegenden Dörfer haben
zusammen mit Internationalen Kräften, die extra kamen, um das
Dorf zu unterstützen, gegen den Bau der Mauer Widerstand
geleistet. Trotzdem hörte die Baufirma nicht auf, die
Olivenbäume abzusägen und die Felder mit Bulldozern zu
zerstören. Die Dörfer im Nordwesten der Westbank stehen wegen
der Mauer vor großen Problemen. Die Mauer trennt die Dörfer
von den größeren Orten und so auch von der Haupteinnahmequelle
der Leute.
Außerdem beklagen sich die
Familien über die Demütigung, der sie durch israelische
Soldaten an den Toren ausgesetzt sind. Ein Bewohner von
Jayyous sagte zu IMEMC, dass die Armee drei Öffnungszeiten am
Tag für je 15 Minuten festgesetzt hat. Die Familien stehen am
Tor, doch die Armee lässt sie länger als eine Stunde warten,
bis sie schließlich öffnen. Das selbe geschieht auf dem
Rückweg vom Feld ins Dorf.
Die Bewohner beklagen sich
auch über ein Gas, das die Armee ständig gegen die Bewohner
benützt. Sie behaupten, dass zwei schwangere Frauen
Fehlgeburten und eine dritte nun an Asthma leidet, weil sie es
eingeatmet hat.
Aber nicht nur die Menschen
sind vom Gas betroffen, sondern auch die Tiere. Von Mohammad
Al-Beiks Tieren hatten 30 eine Fehlgeburt, weil in den Stall
eine Gasgranate geworfen wurde. Das Internationale Rote Kreuz
ist dabei, dem Problem in Jayyous nachzugehen und das Gas zu
untersuchen, ob es Tränengas ist oder etwas anderes. Die
Bewohner von Jayyous behaupten, dass es nicht das normale
Tränengas ist, das während der 1. Intifada 1987 benützt wurde.
Sie können einen Unterschied feststellen.
Es scheint, als hätten die
Tore noch einen anderen Sinn. Es ist für die Armee so
einfacher, die Leute im Dorf festzuhalten, um dieses möglichst
bequem überfallen zu können.
dt. Ellen Rohlfs
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Sharons willige
Komplizen
.....In Sharons Liste
ist Bush nur eine weitere Schachfigur. So wichtig er im Augenblick
ist, hilft er, den Strategieplan Sharons, Palästina von seinem
Volk „frei“ zu machen, zu erfüllen. Es ist das, worauf Sharon
sein Leben lang hinarbeitete. Amerikanische Präsidenten kommen
und gehen, Sharon steht seit Jahrzehnten fest, und beseitigt
bei seiner unermüdlichen, barbarischen Mission alle Hindernisse.
Mit der Hilfe, die er jetzt von Bush und Blair erhält, kann er
seine Mission zu Ende bringen.
Sharon war derjenige,
der die Kollektivstrafe und den Massenmord in den frühen 50er
Jahren als Schöpfer und Kommandeur von Israels erster berüchtigter
Todesschwadron, der Einheit 101, einführte. Seine frühe militärische
Karriere verbrachte er mit Töten: nicht feindliche Soldaten, sondern
Zivilisten in den Dörfern wie Kibya. In Gaza übte er während
der frühen 70er Jahre eine Schreckensherrschaft aus, um den
palästinensischen Widerstand gegen die Besatzung zu
brechen. In seinem lebenslangen Kampf war es wirklich eine
andere Phase, möglichst viele Palästinenser zur Flucht aus
ihrer Heimat zu veranlassen. Er zerstörte große Teile von
Beirut,
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.... 1969 hat der
israelische Philosoph Yesayahu
Leibovitz vorhergesagt, in den okkupierten Gebieten
würden einst „Konzentrationslager errichtet werden
von den israelischen Herrschern... Israel würde dann
ein Staat sein, der es nicht verdient hat zu existieren,
und es wird sich nicht lohnen, ihn zu erhalten“. In
Bezug auf den eingezäunten Gazastreifen – wie weit
sind wir da von Leibovitz Prophezeiung entfernt? In
der Westbank ist die Situation noch etwas anders.
Hier findet entlang der Mauer-Route momentan ein innergesellschaftlicher
Kampf der Israelis statt – ein Kampf zwischen selbstproklamierten
„Landbefreiern“, die, ganz gleich, wieviel Land sie
schon haben, immer noch mehr wollen und jenen, die
in einem Staat leben wollen, der es verdient hat zu
existieren. Entlang dieser Route sieht man Israelis,
die, Seite an Seite mit Palästinensern, ihre Körper
den Bulldozern und der israelischen Armee entgegenstellen.
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..Ariel Sharon ist kein
Rabbiner, und die Kabbalah ist für ihn
ein Buch mit sieben Siegeln. Aber er schuf einen Golem: die Siedlerbewegung
in den besetzten Gebieten.
Er war sicher, dass der Golem
ihm dienen würde. Schließlich haben die Siedler ihm alles zu verdanken.
Er war es, der sie seit Jahrzehnten nährte,
sie mit großen Budgets ausstattete, für sie alle seine politischen
Positionen, die er hinter einander inne hatte, ausbeutete: das
Ministerium für Landwirtschaft, der Verteidigung, das Außenministerium,
das Ministerium für Wohnungsbau, Industrie und Handel, für Infrastruktur
und am Ende das Amt des Ministerpräsidenten.
(Ich erinnere mich, dass ich Sharon
vor etwa 25 Jahren in seinem Haus besuchte. Es war im Rahmen
einer Recherche für einen biographischen Essay, den ich über ihn
schrieb. Meine Frau und ich saßen mit Lilly Sharon in der Küche,
die uns ihre Köstlichkeiten servierte. Da bemerkte ich, wie im
anschließenden Raum die Führer der Siedler saßen. Sharon
ging hin und her und teilte seine Zeit gleichmäßig zwischen uns.
Schon damals beobachtete ich , wie die Siedler ihn wie ihren
Schutzherrn behandelten.)
Während all dieser Jahre, von
der Zeit an, als er in den 70er Jahren kommandierender
General des südlichen Sektors war, versuchte er jeden, den er
traf – Israelis und Ausländer gleichermaßen – mit Tiraden
zugunsten der Siedlungen zu überzeugen; er breitete Karten vor
ihnen aus ( er hat immer Landkarten bei sich) und forderte sie
auf zu handeln. Nach ihm war es lebensnotwendig, Siedlungen aufzubauen,
um das ganze Eretz Israel - vom Mittelmeer zum Jordanfluss ( mindestens)
- in einen jüdischen Staat zu verwandeln, um die palästinensischen
Gebiete in Streifen zu teilen und die Schaffung eines palästinensischen
Staates zu verhindern, der ein Hindernis für die Ausführung
aller Ziele des Zionismus sein würde.
Wie ein
Bulldozer ohne Bremsen ebnete er jede Opposition ein. Er sorgte
dafür, dass viele 10 Milliarden Dollar den Siedlungen zu gute
kamen ( die genaue Summe kann nicht ermittelt werden, da sie in
verschiedenen Ecken des Budgets versteckt sind), dass zu ihren
Gunsten die Gesetze verbogen wurden und dass die Armeeoffiziere
dafür gewonnen wurden, ihnen zu dienen. Auf diese Weise ist ein
enges Netzwerk von Siedlungen und speziellen Straßen entstanden
mit vielleicht 250 000 Siedlern – wer zählt sie schon?...
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... Die ersten Opfer der feindlichen
Denkstrukturen und des Krieges sind die Wahrheit
und die Vernunft. Über die Lügen von Sharon - und
nicht nur von Sharon - kann man ganze Bücher
schreiben. Ein Buch über die Opfer dieser Lügen
kann nicht nur das Herz brechend sein, sondern
auch die hochgepriesene westliche Ziwilisation in
Frage stellen. Ein bekannter Spruch heisst: "Wenn
die Kanonen toben, schweigen die Musen". Im
Gazastreifen toben nicht mehr die Kanonen, sondern
die Raketen. Warum schweigen die Musen in
Deutschland? ,,,,
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Gewaltfreier
Marsch der
Frauen in Bidu wird mit Gewalt begegnet
Anarchie in unseren Seelen
Die Besatzung hat die Seele Israels korrumpiert .
Gila Svirsky, 25. April 2004
Liebe Freunde, ich sprach
gerade mit Molly Malekar, als sie auf ihrem Weg ins Sha’arei Tzdek Krankenhaus
in Jerusalem war. Hier ihr Bericht:
„Wir waren etwa 60 Frauen,
nur Frauen: etwa 1/3 israelische, 1/3 palästinensische, 1/3 internationale
Frauen.
Wir trafen uns in Bidu,
um gegen den Mauerbau in diesem Dorf zu protestieren. Es war ein ruhiger Marsch.
Die Frauen trugen Poster/ Transparente und gingen in die Richtung des Areals,
wo Soldaten den Mauerbau bewachen. In einer Entfernung von 10 Metern vor ihnen
hielten wir an, weil die Soldaten ihre Waffen direkt auf uns richteten. Ich
rief auf hebräisch zu ihnen : „Nicht schießen, wir sind nicht bewaffnet. Dies
ist eine gewaltfreie Demonstration.“
Plötzlich kam ein Angriff
mit Tränengas und Stun-Granaten , die rund um uns fielen und in keinerlei
Verhältnis zu der ruhigen, nicht provozierenden Art unserer Aktion war. Die
Granaten fielen direkt vor unsere Füße. Wir waren geschockt und konnten nicht
atmen. Die meisten rannten auseinander und zurück. Die Soldaten griffen uns
an und fielen über die Frauen her, griffen einige und nahmen sie fest..
Danach gab es keine
Demo mehr, es gab nichts mehr zum Auseinanderjagen. Die meisten Frauen waren
zurück gerannt und versuchten, sich vom Tränengas zu erholen. Ich blieb, weil
ich mit den Soldaten reden wollte, um die Verhaftung der vier Frauen zu verhindern.
Plötzlich tauchten aus dem Nichts vier Pferde mit Grenzpolizisten auf und
griffen an. Ich begann wegzulaufen. Aber eines mit einer Polizistin fing mich
ab. Sie schlug mit ihrem Stock auf meinen Kopf. Ich fiel zu Boden. Da griff
mich ein 2. Pferd an. Ich erhielt noch mehr Schläge auf meinen Kopf und Rücken.
Zu diesem Zeitpunkt gab es keinerlei Provokation.“
Molly ist die Leiterin
von Bat Shalom, der Frauenfriedensorganisation auf israelischer Seite des
Jerusalem Link: ein gemeinsames Unternehmen für Frieden. (Die palästinensische
Seite nennt sich Jerusalemzentrum für Frauen) Molly ist eine sehr ernsthafte
und rücksichtsvolle Frau. Eine bessere könnten wir uns nicht als Leiterin
unserer Organisation vorstellen. Jeder, der Molly einmal begegnet ist, weiß,
dass sie sich niemals mit Provokationen einlassen würde. Sie war immer vorsichtig
und höflich. Ich fragte sie noch über ihr Handy , als sie auf dem Weg zum
Krankenhaus war, wie sie sich fühlt: „Schreckliche Kopfschmerzen, meine Ohren
sind verletzt und schmerzen von den Schlägen. Aber lasst uns überlegen, wie
wir die Leute aufwecken können, nachdem was hier passieret ist. Wir müssen
die Leute wachrütteln.“
„Wach auf, Welt!
Höre Israel, wach auf! Israelische Soldaten machten Brutalität zur Lebensweise
der Palästinenser. Dann richteten sie ihre tödlichen Waffen gegen internationale
Friedensaktivisten und nun brutalisieren sie Israelis, die ihre Art und Weise
missbilligen. Wer wird die erste sein, die getötet wird?
Starhawk, eine amerikanische
Aktivistin, die an einer dieser Aktionen teilnahm, schreibt: „die Israelis,
die mit dem täglichen Widerstandkampf zu tun haben ... sagten zu mir, dass
es nur eine Frage der Zeit sei, bis es einen israelischen Märtyrer gibt.“
Was ist so schlimm:
Gewaltlosigkeit ist kein Schutz mehr gegen die Brutalität des Militärs , egal
ob es Israelis, Palästinenser oder Internationale sind. Keiner sollte wegen
friedlicher Demonstration angegriffen werden – doch genau das ist zur Norm
geworden.
Jede einzelne Demonstration,
die heute in den besetzten Gebieten stattfindet, von Palästinensern, oder
Israelis, Frauen oder Männern, gewaltfrei oder gewalttätig --- wird in derselben
brutalen Weise mit Gewehren, Stun-Granaten und Stöcken begegnet. Und keiner
untersucht in ernsthafter , vorurteilsfreier Weise die Unfälle. Die Soldaten
merken, dass sie immer brutaler vorgehen können; denn keiner schert sich drum.
Was ist geschehen? Die
Besatzung ist geschehen. Die Besatzung hat die Seele Israels korrumpiert .
Eine Situation wie es
in der Bibel steht: „es herrscht weder Gesetz noch Urteil.“
In der Seele Israels
herrscht heute Anarchie – und sie wird nicht verschwinden, solange wir die
Besatzung von unserem Land und aus unseren Herzen nicht ausrotten.
Gila Svirsky, Jerusalem,
Koalition der Frauen für den Frieden.
www.coalitionofwomen4peace.
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Wer gewann den 2. Weltkrieg ? Ran Ha Cohen
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Wenn man die Artikel 47-78 der Genfer
Konvention durchgeht, ist es schwierig, einen einzigen Artikel zu finden,
den Israel als Besatzungsmacht nicht gebrochen hat. Artikel 49 z.B. : „Die
Besatzungsmacht soll Teile seiner eigenen zivilen Bevölkerung nicht in das
Gebiet, das sie besetzt, umsiedeln“ – dies bedeutet die Illegalität von Israels
Siedlungen. Der Mord an Scheich Yassin jedoch reflektiert eine neue Ebene
von Barbarei auf Israels Seite.....
Attentate
sind nach dem Artikel 23b der Haager Verordnungen von 1907 klar verboten.
Sogar die amerikanische Politik verurteilt Attentate. Ein politischer oder
religiöser Führer (wenigstens ein Führer einer freiwilligen Bewegung wie es
Yassin tatsächlich war) steht für seine direkten Anhänger und für die
ganze politische und religiöse Entität, von der er ein Teil ist. Er wird nicht
als Individuum ausgewählt, sondern als Symbol und Vertreter seiner Massen,
seien es nun politische Anhänger oder religiöse Gläubige oder wie in Yassins
Fall beides. Yassin wurde als Symbol der Religion, Kultur, Gesellschaft
und Institutionen des palästinensischen Volkes zum Ziel genommen. Man denke
daran, dass Hamas nicht nur eine Terrororganisation ist, so wie die USA und
Israel es gerne behaupten. Sie ist auch nicht nur eine politische Partei;
Hamas unterhält ein ganzes Netzwerk von Schulen, Kliniken und Sozialeinrichtungen
in einer verarmten Gesellschaft, die nach Jahrzehnten von Ausbeutung
und Jahren der Strangulierung nahe am Verhungern ist. Es geht nicht darum,
ob man Yassins religiöse Überzeugung mag oder nicht; es geht auch nicht darum,
dass Israel selbst in den 80 er Jahren das Hochkommen von Hamas ermutigte
und unterstützte und dabei hoffte, Arafats PLO zu schwächen. Der Haken an
der Sache ist, was der israelische politische Soziologe Lev Grinberg „einen
symbolischen Genozid“ nannte: „weil die Welt keine totale Vernichtung erlaubt,
findet eine symbolische Vernichtung statt.“ Die Botschaft dieser Gräueltat
ist die: Israels Krieg zielt nicht auf die Kampfunfähigkeit der bewaffneten
Kräfte der Feinde hin, sondern auf seine Vernichtung, wenigstens symbolisch
....
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....Im Falle eines Rückzugs
aus dem Gazastreifen sollen dort nach Ansicht Scharons keine staatlichen Strukturen
entstehen. In mehreren aktuellen Interviews hat der Premier erklärt, dass
sich Israel das Recht zu "Aktionen gegen terroristische Strukturen" vorbehalte.
In anderen Worten: die Luftangriffe und Panzerinvasionen im Gazastreifen werden
kein Ende haben. Ein Gefühl der Sicherheit soll bei den Palästinensern nicht
entstehen. Insgesamt geht es Scharon um die völlige Verhinderung palästinensischer
Eigenstaatlichkeit. "Wenn man Gebiete und Ortschaften im Westjordanland einzäunt,
dann beendet man viele (palästinensische) Träumereien", erklärte Scharon gegenüber
der Tageszeitung Ma'ariv vor einer Woche. "Mein Plan ist hart für die Palästinenser.
Ein tödlicher Stoß."
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. Wenige hundert Meter weiter südlich hat
das israelische Militär ein Trainingslager aufgestellt und hat viele Hektar
Agrarland beschlagnahmt, das vorher den Bewohnern gehört hatte. Gepanzerte
Fahrzeuge und Jeeps fahren unbeschränkt sogar auf Feldern neben dem Dorf,
die das Militär noch nicht beschlagnahmt hat, zerstören da die Ernte und erschrecken
kleine Kinder.
Wenige hundert Meter nach Norden, auf dem
Grat des Berges, wurden eine Reihe jüdischer Siedlungen und Außenposten gebaut.
Die Siedler bedrohen jeden Palästinenser, der den Hang ersteigt, und hindern
die Bewohner daran, ihre nördlichen Felder zu pflügen und ihre Schafe dort
zu weiden......So haben das Militär und die Siedler erfolgreich die Einwohner
auf ein winzigen Stück Land beschränkt,.......
Vor zwei Monaten haben die Höhlenbewohner
einen weiteren Schlag erlitten. Am 15. Januar hat ein kleines Flugzeug einige
Felder, die die Dorfbewohner noch betreten durften, besprüht und den Ertrag
mit Chemikalien zerstört, den die Dörfler kurz vorher erst gepflanzt hatten.
Was auf dem Boden nicht gelang, wurde aus der Luft ausgeführt. Die Botschaft an die Bewohner von Jimba war klar: ihr bleibt nicht mehr lange
auf diesem Land. Die Methode ist, die Infrastruktur zu zerstören, so dass die Bewohner "freiwillig"
das Land verlassen. Auf Hebräisch nennt man das "Transfer". Aber wer steckt hinter diesem düsteren Komplott?
Am 4. Februar haben Ta'ayush Aktivisten
(eine jüdisch-arabische Partnerschaft) mit einer Rechtsanwältin von der Association
for Civil Rights und ein Arbeiter von Physicians for Human Rights Jinba besucht.
Während sie dort waren, hat die Rechtsanwältin die Polizei in Hebron angerufen
und sie gebeten, nach einer Klage wegen Belästigung durch Siedler zu schauen.
Sie hatte keine Ahnung, was darauf folgen würde.
Vier Nächte später, um etwa 3 Uhr, kamen drei Autos
nach Jinba. Die Besucher schienen Sicherheitsoffiziere der nahen Siedlungen
zu sein. Sie weckten die Höhlenbewohner und trennten die Männer und
Frauen. ....
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Salfit, im Herzen
der besetzten Westbank, leidet seit vielen Jahren unter Enteignungen und Wasserdiebstahl.
In der Region leben mittlerweile 65 % aller israelischen Westbank-Siedler,
wohingegen es nur noch 20 palästinensische Dörfer gibt. (...)
Die wirtschaftliche Lage der Dorfbewohner in Salfit ist verheerend. (...)
Salfit besitzt die größten Grundwasservorkommen der Westbank. Der israelische
Wasserdiebstahl hat eine lange Geschichte. In den letzten Jahren wurden 16
artesische Brunnen beschlagnahmt: Das Wasser aus diesen Brunnen wird jetzt
viele Kilometer weit nach Israel, in die Siedlungen in Salfit und sogar bis
in die Siedlungen im Jordantal umgeleitet. Wegen der Übernutzung durch die
Siedler verfügen die nahegelegenen Dörfer über keine ständige Wasserversorgung
mehr. Die Israelis verbrauchen fünfmal mehr Wasser als die Palästinenser.
Gleichzeitig ist das Wasser für die Palästinenser sehr viel teurer: Sie müssen
300% soviel bezahlen. (...)
In den letzten neun Jahren hat die Stadtverwaltung von Salfit versucht, eine
Kläranlage für ihre Einwohner zu bauen. Für den Bau der Anlage und einer Hauptleitung
zur Stadt erhielt die Stadtverwaltung eine Unterstützung von mehr als 10 Millionen
Euro von der Bundesrepublik Deutschland. Die israelischen Besatzungstruppen
stoppten den Bau und beschlagnahmten 18 Monate lang alle Maschinen. Die Verwaltung
von Salfit musste zusätzliche Darlehen aufnehmen, um ein neues Stück Land
näher bei der Stadt zu kaufen. Ausserdem musste ein Darlehen von etwa einer
Million Euro aufgenommen werden, um die Wasser- und Stromleitungen neu zu
verlegen. Obwohl der neue Standort der Anlage von Israel genehmigt wurde,
wird diese nun durch die Apartheidmauer von Salfit getrennt. Dadurch wird
die Anlage nicht mehr unter Kontrolle der Stadt stehen, sondern dem Zugriff
der Siedler ausgesetzt werden....
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Es gibt in der Hamas verschiedene Strömungen. Der ideologische harte Kern
lehnt in der Tat jeglichen Frieden und Kompromiss mit Israel ab. Sie betrachten
Israel als eingepfropften Fremdkörper in Palästina, das nach islamischer
Lehre ein muslimisches "wakf" (religiöse Stiftung) ist. Viele Hamas-Anhänger
betrachten die Organisation aber nicht so sehr als ideologisches Zentrum,
sondern eher als ein Instrument, um Israel bei der Verfolgung realistischer
Ziele zu bekämpfen.
Scheich
Yassin erklärte vor einigen Monaten in einer deutschen Zeitung, dass der Kampf
nach der Errichtung eines Palästinenserstaates in den Grenzen von 1967 eingestellt
würde. Vor kurzem bot er einen 30jährigen Waffenstillstand ("hudna") an. (Das
erinnert mich sehr an einen von Ariel Sharons Vorschlägen, dass Israel den
Gaza-Streifen aufgeben und große Teile der West Bank für eine Interimsphase
von 20 Jahren behalten wolle.)
Deswegen
diente die Ermordung des Scheichs keinem positiven Ziel, sondern war eine
Torheit.
Die
drei Generäle, die heutzutage die Politik Israels bestimmen - Premierminister
Ariel Sharon, Verteidigungsminister Sha'ul Mofaz und Stabschef Moshe
Ya'alon - behaupten, dass "kurzfristig" zwar die Angriffe auf israelische
Staatsbürger zunehmen werden, "langfristig" würde es jedoch dazu nützen, den
"Terrorismus auszurotten". Sie sind dabei aber sehr vorsichtig und definieren
nicht, wann das "Kurzfristige" endet und das "Langfristige" beginnt. Unsere
Generäle glauben nicht an Terminkalender.
Ich
nehme mir die Freiheit, diesen drei glorreichen Strategen mitzuteilen: Quatsch
mit Tomatensoße (wie es im hebräischen Slang heißt). Oder vielmehr Quatsch
mit Blut.
Kurzfristig
gefährdet diese Tat unsere persönliche Sicherheit; langfristig stellt sie
eine noch größere Gefahr für unsere nationale Sicherheit dar.
Kurzfristig
hat die Tat die Motivation der Hamas erhöht, tödliche Angriffe auszuführen.
Jeder Israeli weiß das und trifft momentan zusätzliche Vorkehrungen. Aber
weniger offensichtliche Ergebnisse sind viel bedrohlicher.....
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Palästina, ein
Gefängnis ohne Dach
Die Lebenssituation der Palästinenser
hat sich seit meinem letzten Besuch im Dezember 2003 dramatisch verschlechtert.
Kinder sind mangel/oder unterernährt,
viele Erwachsene hungern. Die Mauer umschließt immer weitere Gebiete, Dörfer
und Städte - wie z.B. Qalqilia, eine Stadt mit 43.000 Einwohnern. Diese
Stadt ist rundherum mit der 8 Meter hohen Mauer umgeben, also total eingemauert
und mit Wachtürmen und Kameras versehen, die Tore elektrisch gesichert.
Das ist ein Ghetto. Richtung Osten gibt es einen Zugang der von israelischen
Soldaten bewacht und am Abend geschlossen wird. Im Norden und Süden der
Stadt gibt es jeweils ein Tor, diese sind für die Bauern vorgesehen damit
sie zu ihren Feldern können. Diese beiden Tore werden für 50 Minuten pro
Tag geöffnet und zwar von 07:40-08:00 Uhr, mittags von 12.00-12:15 und abends
von 18:45-19:00 Uhr. Somit werden die Bauern gehindert ihre Felder zu bestellen.
Die Israelis haben ein altes osmanisches Gesetz ausgegraben das besagt,
wenn Bauern ihre Felder drei Jahre nicht bearbeiten fällt es an den Grundherrn
zurück, das sind gegenwärtig die israelischen Besatzer.
Es gibt massiven, gewaltlosen Widerstand der lokalen
Bevölkerung gegen den Bau der Mauer und gegen die Besatzung, vor allem Frauen
demonstrieren, weil sie sich erhoffen, dass die israelischen Soldaten mehr
Hemmungen haben auf sie zu schiessen. Das ist leider ein Irrtum. Ich war
mit einer Gruppe von Internationalen die meisten davon Italiener und beteiligten
uns bei einer friedlichen Demonstration mit den Bewohnern im Dorf Media,
wo der Bau der Mauer vorbereitet wird, Olivenbäume gerodet und die Bulldozer
das Gelände bearbeiten. Wir versuchten mit den Soldaten ins Gespräch
zu kommen. Zum ersten Mal musste ich erleben wie ein Soldat gezielt das
Gewehr auf mich ansetzte , ich war so erstarrt und konnte mich nicht bewegen,
er schoss dann mit einer "sound bomb" und einer Tränengasbombe auf mich,
die einen halben Meter neben mir explodierten. Es wurde viel herumgeschossen.
Ein Mensch wurde von einem "rubber bullet" am Kopf verletzt und mit
der Ambulanz weggebracht. Die Palästinenser sagten, wären wir Internationale
nicht dabei gewesen hätten sie auf alles scharf geschossen das sich bewegt
, jeden Tag werden Menschen, auch Frauen und Kinder erschossen. Ein
Palästinenserleben scheint nicht viel Wert zu haben, jedenfalls werden diese
Toten in den Medien kaum erwähnt. Alle mit denen ich gesprochen habe, sehnen
sich nach Frieden mit Israel und einem normalen Leben. Sie sind erschöpft,
müde, ausgelaugt....
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