Kurz nach dem Übertritt Avnerys ans Kaiserin-Auguste-Victoria-Gymnasium in Hannover floh seine Familie 1933 mit ihm vor der NS-Diktatur nach Palästina. Von 1938 bis 1942 war er Mitglied der Irgun.[1] Avnery trat nach eigenen Angaben der Untergrundorganisation bei, um für die Freiheit gegen die britische Mandatsmacht zu kämpfen, er verließ jedoch die Organisation aus Protest gegen ihre „anti-arabischen und reaktionären Ansichten und Terrormethoden[1]“. Im Palästinakrieg 1948 war er israelischer Soldat in der Einheit „Samson's Foxes“ der Giv'ati-Brigade und wurde schwer verwundet. 1949 veröffentlichte er sein Kriegstagebuch In den Feldern der Philister über die Geschehnisse während des Krieges.
Von 1950 bis 1990 war er Herausgeber und Chefredakteur des Nachrichtenmagazins haOlam haZeh. 1965 und 1969 wurde Avnery auf der Liste der gleichnamigen Partei haOlam haZeh in die Knesset gewählt. 1973 konnte die neue Kleinpartei Meri, auf dessen Liste auch Avnery antrat, nicht genügend Stimmen für die Knesset gewinnen. 1975 wurde er durch ein Attentat mit einem Messer schwer verletzt[2]. 1977 wurde Avnery für die Liste der Mehaney Smol LeYisrael (Linkes Lager Israels bzw. kurz Scheli als Akronym von Shalom LeYisrael - Frieden für Israel) wieder zum Knessetmitglied gewählt. 1981 trat Avnery nicht mehr zur Parlamentswahl an.
1993
begründete Avnery mit Freunden die israelische
Friedensinitiative
Gusch Schalom.
Avnery setzt sich für die Trennung von Staat und Religion und gegen den orthodoxen Einfluss auf das religiöse und politische Leben in Israel ein. Er propagiert ein „Israel ohne Zionismus“, um den Staat von den seiner Meinung nach falschen Voraussetzungen der Vergangenheit zu befreien, die sich aus seiner Sicht erschwerend auf den Friedensprozess auswirken.
Am 13. September 2003 begab er sich als „Menschlicher Schutzschild“ zum belagerten palästinensischen Präsidentensitz in Ramallah. Mit ihm wollten 30 Friedensaktivisten, zu denen auch die Knesset-Mitglieder Issam Mahoul und Ahamad Tibi sowie der Meretz-Aktivist Latif Dori und der Historiker Teddy Katz gehörten, nach eigener Aussage die „Absichten von Premierminister Scharon durchkreuzen“. Sie schlossen nicht aus, dass die israelische Regierung Arafat töten wolle, und wollten dies verhindern.
Im März 2006
verglich Avnery in einem Radiointerview mit
Kol Israel den
PFLP-Anschlag auf den rechtsextremen
israelischen Politiker
Rechaw'am Ze'ewi mit
gezielten Tötungen militanter Palästinenser
durch die
IDF[3],
missbilligte im nächsten Satz aber zugleich alle
derartigen Aktionen, egal ob von israelischer oder
palästinensischer Seite
[4]. Gesendet wurde
nur der Vergleich, nicht die Mißbilligung. Am 20.
März 2006 darauf schlug Baruch Marzel, Vorsitzender
der rechtsextremen Splitterpartei Jüdische
Nationale Front und deren Spitzenkandidat für
die wenige Tage später stattfindende Knesssetwahl im
israelischen Fernsehsender Kanal 10 die „gezielte
Tötung“ Avnerys durch die IDF vor, da die die
israelischen Linksaktivisten manchmal Israels
Interessen nicht weniger schädigen würden als
„auswärtige Feinde des Landes[5]“.
Die Bundesregierung verurteilte den Aufruf „auf das
Schärfste[6]“
Rupert Neudeck und zahlreiche andere riefen zur
Solidarität mit Avnery auf. Marzel nutzte die
Agitation wenig, seine Partei scheiterte zu Avnerys
Genugtuung bei der Knessetwahl mit 0,79 % klar an
der 2 %-Hürde.
2010 wurde Avnery nach einer Friendenskundgebung in Tel Aviv angegriffen, wo er sich gegen den Angriff auf den Free-Gaza-Konvoi aussprach.[7].[8][9] Quelle




